Freitag, 21. August 2026

Rezension: Alleinruhelage von Eva Menasse


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Alleinruhelage
Autorin: Eva Menasse
Erscheinungsdatum: 13.08.2026
Verlag: KiWi (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband
ISBN: 9783462002621
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Der Titel des Romans „Alleinruhelage“ bezeichnet den besonders ruhigen Standort des Hauses, das die unbenannte Ich-Erzählerin im gleichnamigen Buch von Eva Menasse verkaufen möchte. Es steht an einem fiktiven Ort in Mecklenburg-Vorpommern, von Wald umgeben und mit einem See in unmittelbarer Nähe. Die aus Österreich stammende Verkäuferin hat dort viele Jahre mit ihrer Familie die Wochenenden verbracht, manchmal aber auch wochenlang in Schreibklausur. Nun jedoch unternimmt sie einen erneuten Versuch, das Haus zu verkaufen.

Nachdem sie den endgültigen Beschluss gefasst hat, neue Käufer zu finden, wandern ihre Gedanken zurück zu den Anfängen ihrer Ehe und dem bald darauf entstandenen Wunsch, ein Wochenendhaus zu kaufen. Bei ihrer Suche findet das Ehepaar ein abgelegenes ehemaliges Wirtshaus, in dessen Umgebung sich eine Siedlung mit mehreren Datschen befindet. Durch das Verhalten einiger Bewohner dieser Sommerhäuser ergeben sich immer wieder besondere Situationen, nicht zuletzt, weil ein Verein, dem sich auch die Ich-Erzählerin   anschließt, das nachbarschaftliche Miteinander regelt.

Es sind vielfältige Themen, die die Verkäuferin aufgreift: amüsante, ernste, gesellschaftskritische und persönliche. Ein Bautrupp, der zum Ausmisten und Reparieren des Gebäudes anrückt, beschreibt sie als Vergnügen, wohingegen sie das Verhältnis zu ihrer Tochter als belastet schildert. Ihre Erinnerungen reichen teils sogar bis zu ihrer Kindheit zurück, wobei die Begebenheiten authentisch wirken und ihre Gefühle gut nachvollziehbar sind. Es finden sich auch interessante Fakten, die bewegen und nachdenklich stimmen. Einige Ereignisse werden in politische Zusammenhänge von Ost- und Westdeutschland sowie Österreich eingeordnet.

Der Roman „Alleinruhelage“ von Eva Menasse ist ein facettenreicher Rückblick der Protagonistin auf ihr Leben, die ohne Schwermut ihr Wochenendhaus verkaufen möchte. Die vielfältigen Ereignisse, die sie während ihrer Aufenthalte dort erlebt hat, haben schöne, traurige, wütende und versöhnliche Erinnerungen hinterlassen. Die Geschichte vermittelt eine breite Palette an Stimmungen und macht zugleich Mut, sich auf einen Neuanfang einzulassen. Das Buch hat mich angenehm überrascht und ich empfehle es sehr gerne weiter.


 

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