Montag, 8. November 2021

Rezension: Du hast mir gerade noch gefehlt von Mhairi McFarlane

 


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Du hast mir gerade noch gefehlt
Autorin: Mhairi McFarlane
Übersetzerin: Maria Hochsieder
Taschenbuch: 432 Seiten
Erschienen am 1. Oktober 2021
Verlag: Knaur TB

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Schon seit ihrer Schulzeit ist Eve mit Susie, Ed und Justin eng befreundet. Inzwischen ist sie Mitte Dreißig und trifft sich mit ihrer Clique noch immer regelmäßig, zum Beispiel zum Pubquiz. Einer dieser Abende endet überraschenderweise damit, dass Ed von seiner langjährigen Freundin Hester einen Heiratsantrag erhält. Eve und Susie können diese beide nicht sonderlich mögen und wollen sich über das Ereignis noch einmal in Ruhe tratschen. In der folgenden Nacht passiert jedoch etwas, dass alles andere überschattet und die Leben der Freunde für immer verändern wird.

Die Geschichte beginnt mit einem Kapitel, das mit „Danach“ übertitelt ist. Die Protagonistin und Ich-Erzählerin Evelyn wacht aus einem Traum aus, in dem sie einen Urlaub mit einer Person plante, die nun tot ist und die sie sehr vermisst. Um wen es sich handelt wird nicht gesagt, doch ich startete mit gemischten Gefühlen ins Buch. Cover, Titel und Klappentext hatten mir nicht den Eindruck vermittelt, als handele es sich hierbei um eine tragische Geschichte.

Nachfolgend erlebte ich den angekündigten Pubquiz-Abend, an dem Ed einen Heiratsantrag erhält. Er ist mit Hester schon seit sechzehn Jahren zusammen, doch Eve ist noch länger in ihn verliebt. Von Eve erfuhr ich, dass ihre Beziehung zu Ed nur durch ein Missverständis verhindert wurde und erhielt Einblicke, was das mit ihr seit Jahren macht. Gleichzeitig wartete ich nur darauf, dass jemand stirbt, so wie es im Prolog angekündigt wurde.

Nach 80 Seiten trifft die schreckliche Nachricht schließlich ein und zieht Eve den Boden unter den Füßen weg. Da der Klappentext nicht verrät, wer gestorben ist, möchte auch ich nicht spoilern, wodurch ich über den weiteren Verlauf jedoch nicht allzu viel sagen kann. Dieser ist lange geprägt von tiefer Trauer, ich begleitete Eve durch die Tage nachdem sie die Nachricht erhalten hat bis zur Trauerfeier. Auf der Hälfte des Buches macht das Buch dann einen Sprung von drei Wochen. Auch danach prägt Trauer die Geschichte, doch Eve kann zumindest wieder ein wenig nach vorn schauen.

Die Zeit für die von mir erwartete Liebesgeschichte ist in der zweiten Buchhälfte gekommen. Gefallen hat mir, dass ich lange nicht wusste, wer hier überhaupt das Love Interest sein soll. Auch ein kurzzeitig befürchtetes Liebesdreieck blieb aus. Was als wichtige Themen erhalten bleibt ist die Verarbeitung des Verlusts eines wichtigen Menschen sowie der Zusammenhalt der Clique. Die Dialoge sind oft tiefgründig und widmen sich fundamentalen Fragen und die Einblicke in Eves Gedanken stimmten mich nachdenklich.

Mhairi McFarlane hat einen sehr guten Roman geschrieben, der für mich jedoch nicht in die Kategorie „humorvolle Liebesgeschichte“ gehört. Letztendlich fühlte ich mich, als hätte ich Torte bestellt und Tarte bekommen: Schmeckt auch, aber da muss ein Missverständnis vorliegen, ich wollte doch etwas Süßes mit Zucker. Tod, Trauer und schmerzhafte Geheimnisse spielen hier eine ebenso große Rolle wie Freundschaft und Liebe, dessen sollte man sich vor der Lektüre bewusst sein, um sich gänzlich auf das Buch einlassen zu können.

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