Rezension von Ingrid Eßer
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„Ein unglücklicher Tod“ ist der erste Kriminalfall, in dem
DC Smith ermittelt, wobei „DC“ nicht den Dienstrang des Detective Sergeants bezeichnet,
sondern als Abkürzung seines Vornamens David Conrad steht. Der englische Autor Peter
Grainger hat das Buch in seiner Heimat bereits vor dreizehn Jahren
veröffentlicht, nun erscheint es erstmals auf Deutsch. In England sind inzwischen
siebzehn Bände erschienen, und es gibt weiterhin Nachschub, in denen DC Smith selbst
ermittelt oder zur Fallaufklärung herangezogen wird.
Nach einer eingehenden Untersuchung eines Falls, an dem DC
Smith zuvor beteiligt war, kehrt er zurück an seinen Posten bei der Polizei von
Kings Lake, einem fiktiven Ort an der Nordseeküste in Norfolk, der etwa dem
realen King`s Lynn entspricht. Er steht kurz vor der Berentung und hat es
abgelehnt, auf einem höheren Rang, den er bereits inne hatte, weiterzuarbeiten.
Detective Inspector (DI) Reeve weist ihm als seiner
Vorgesetzte Aufgaben in Prävention und Kommunikation zu. Ein eigenes Team soll
er aber zunächst nicht erhalten. Zudem übergibt sie ihm eine Akte über den Tod des
siebzehnjährigen Wayne, bei der nur noch eine Unterschrift fehlt, um den Fall abzuschließen.
DC Smith wertet dies als Hinweis darauf, dass DI Reeve es für möglich hält,
dass der Junge nicht einfach beim Schwimmen im Fluss ertrunken ist. Außerdem erhält
er eine besondere Aufgabe: Er soll den neuen Kollegen DC Waters für wenige Tage
über seine Schulter schauen lassen. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nicht, mit
welcher großen Hilfe ihn DC Waters unterstützen wird.
Von Beginn an verdeutlicht Peter Grainger, dass DC Smith
nicht bei jedem Kollegen ein hohes Ansehen genießt. Man fiebert mit, ob es ihm gelingt,
den Fall vollständig aufzuklären, um seine Kompetenz zu beweisen und seine Kritiker
eines Besseren zu belehren. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung versteht es DC
Smith, die richtigen Fragen an die entscheidenden Personen zu richten. Gerne verschafft
er sich ein eigenes Bild von Spuren und Hinweisen bei den Ermittlungen, kann jedoch
ebenso gut delegieren, um sich zu entlasten. Er bleibt sachlich und
respektvoll, weiß aber genauso gut mit Ironie umzugehen. Seine Frau ist
verstorben und man spürt seine Trauer, wenn er an sie denkt.
Die Umstände des Todes von Wayne erweisen sich
erwartungsgemäß als komplex. Dabei greift der Autor ein Thema auf, welches
zunächst nicht absehbar ist. Die fesselnde Atmosphäre hält sich mühelos bis zum
Schluss. Über die Vergangenheit von DC Smith finden sich immer wieder kleine
Andeutungen, vieles bleibt aber offen. Daher freue ich mich auf die nächsten
Bände der Reihe, um mehr darüber zu erfahren. Gerne empfehle ich diesen Auftakt
der Serie weiter.
