Samstag, 22. August 2026

Rezension: Alleinruhelage von Eva Menasse


Alleinruhelage
Autorin: Eva Menasse
Hardcover: 224 Seiten
Erschienen am 13. August 2026
Verlag: Kiepenheuer & Witsch

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Die Erzählerin hat schon mehrere Anläufe genommen, nach den Ende ihrer Ehe das Wochenendhaus in Vorpommern zu verkaufen. Das Haus hat sie viele Jahre lang  begleitet: Hier hat sie mit ihrer Familie Zeit verbracht, renoviert und mit Freunden gefeiert. Während die Entscheidung reift, das Haus nun wirklich zu verkaufen, schweifen ihre Gedanken immer wieder in die Vergangenheit ab. Erinnerungen an ihre Ehe und das Zusammenleben als Patchwork-Familie, Begegnungen mit Nachbarn und andere Stationen ihres Lebens vermischen sich miteinander. Nach und nach erfährt man mehr darüber, was sie in diesen Jahren erlebt hat und wie sie heute darauf zurückblickt.  

Zu Beginn habe ich recht gut in die Geschichte hineingefunden. Besonders die Szenen rund um das Haus und die Nachbarn haben mir gefallen. Die Begegnungen sind oft unterhaltsam und entwickeln eine ganz eigene Dynamik. Immer wieder kommt es zu Situationen, die mich Schmunzeln ließen. Immer wieder werden Andeutungen gemacht, durch die ich neugierig wurde, was die Erzählerin noch alles erlebt hat.

Die Geschichte springt immer wieder zwischen Erinnerungen, Beobachtungen und Gedanken hin und her. Anfangs fand ich das noch interessant, ich hatte aber zunehmend das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Zwar erfährt man viel über das Leben der Erzählerin, doch häufig werden Ereignisse eher angesprochen als wirklich erzählt. Viele wichtige Momente, die die Erzählerin geprägt haben, wurden für mich als Leserin nicht richtig greifbar werden. Dadurch blieb sie für mich auf Distanz. 

Insgesamt ließ sich der Roman dennoch gut lesen. Es gibt viele interessante Szenen und ich habe das Buch gern zur Hand genommen. Emotional hat es mich allerdings nicht so erreicht, wie ich es mir nach dem gelungenen Einstieg erhofft hatte. Deshalb lässt mich Alleinruhelage mit gemischten Gefühlen zurück und ist eher etwas für Leser:innen, die sich an einer ungewöhnlichen Erzählweise probieren wollen.

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