Montag, 8. November 2021

Rezension: Du hast mir gerade noch gefehlt von Mhairi McFarlane

 


*Werbung*
Du hast mir gerade noch gefehlt
Autorin: Mhairi McFarlane
Übersetzerin: Maria Hochsieder
Taschenbuch: 432 Seiten
Erschienen am 1. Oktober 2021
Verlag: Knaur TB

----------------------------------------

Schon seit ihrer Schulzeit ist Eve mit Susie, Ed und Justin eng befreundet. Inzwischen ist sie Mitte Dreißig und trifft sich mit ihrer Clique noch immer regelmäßig, zum Beispiel zum Pubquiz. Einer dieser Abende endet überraschenderweise damit, dass Ed von seiner langjährigen Freundin Hester einen Heiratsantrag erhält. Eve und Susie können diese beide nicht sonderlich mögen und wollen sich über das Ereignis noch einmal in Ruhe tratschen. In der folgenden Nacht passiert jedoch etwas, dass alles andere überschattet und die Leben der Freunde für immer verändern wird.

Die Geschichte beginnt mit einem Kapitel, das mit „Danach“ übertitelt ist. Die Protagonistin und Ich-Erzählerin Evelyn wacht aus einem Traum aus, in dem sie einen Urlaub mit einer Person plante, die nun tot ist und die sie sehr vermisst. Um wen es sich handelt wird nicht gesagt, doch ich startete mit gemischten Gefühlen ins Buch. Cover, Titel und Klappentext hatten mir nicht den Eindruck vermittelt, als handele es sich hierbei um eine tragische Geschichte.

Nachfolgend erlebte ich den angekündigten Pubquiz-Abend, an dem Ed einen Heiratsantrag erhält. Er ist mit Hester schon seit sechzehn Jahren zusammen, doch Eve ist noch länger in ihn verliebt. Von Eve erfuhr ich, dass ihre Beziehung zu Ed nur durch ein Missverständis verhindert wurde und erhielt Einblicke, was das mit ihr seit Jahren macht. Gleichzeitig wartete ich nur darauf, dass jemand stirbt, so wie es im Prolog angekündigt wurde.

Nach 80 Seiten trifft die schreckliche Nachricht schließlich ein und zieht Eve den Boden unter den Füßen weg. Da der Klappentext nicht verrät, wer gestorben ist, möchte auch ich nicht spoilern, wodurch ich über den weiteren Verlauf jedoch nicht allzu viel sagen kann. Dieser ist lange geprägt von tiefer Trauer, ich begleitete Eve durch die Tage nachdem sie die Nachricht erhalten hat bis zur Trauerfeier. Auf der Hälfte des Buches macht das Buch dann einen Sprung von drei Wochen. Auch danach prägt Trauer die Geschichte, doch Eve kann zumindest wieder ein wenig nach vorn schauen.

Die Zeit für die von mir erwartete Liebesgeschichte ist in der zweiten Buchhälfte gekommen. Gefallen hat mir, dass ich lange nicht wusste, wer hier überhaupt das Love Interest sein soll. Auch ein kurzzeitig befürchtetes Liebesdreieck blieb aus. Was als wichtige Themen erhalten bleibt ist die Verarbeitung des Verlusts eines wichtigen Menschen sowie der Zusammenhalt der Clique. Die Dialoge sind oft tiefgründig und widmen sich fundamentalen Fragen und die Einblicke in Eves Gedanken stimmten mich nachdenklich.

Mhairi McFarlane hat einen sehr guten Roman geschrieben, der für mich jedoch nicht in die Kategorie „humorvolle Liebesgeschichte“ gehört. Letztendlich fühlte ich mich, als hätte ich Torte bestellt und Tarte bekommen: Schmeckt auch, aber da muss ein Missverständnis vorliegen, ich wollte doch etwas Süßes mit Zucker. Tod, Trauer und schmerzhafte Geheimnisse spielen hier eine ebenso große Rolle wie Freundschaft und Liebe, dessen sollte man sich vor der Lektüre bewusst sein, um sich gänzlich auf das Buch einlassen zu können.

Samstag, 6. November 2021

Rezension: Inselliebe und Meer von Anja Saskia Beyer

 


Rezension von Ingrid Eßer

*Werbung*
Titel: Inselliebe und Meer (Mallorca-Sehnsucht 1)
Autorin: Anja Saskia Beyer
Erscheinungsdatum: 21.09.2021
Verlag: Tinte & Feder #amazonpublishing
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9782496707298

----------------------------------------------------------

Das Buch „Inselliebe und Meer“ von Anja Saskia Beyer ist der erste Teil der Romanreihe „Mallorca-Sehnsucht“, die entsprechend des Titels auf der gleichnamigen Baleareninsel spielt. Die romantische Bucht und das Backsteinhaus auf dem Cover vermitteln dem Lesenden einen Eindruck der Schönheit der Landschaft. Die Korbsessel im Vordergrund laden zum Verweilen und genießen ein. Gerne habe ich gedanklich hier zum Lesen Platz genommen.

Liz ist Anfang Dreißig und immer noch Single. Sie lebt in Berlin-Moabit und betreibt einen Feinkostladen, der aber wenig Gewinn abwirft. Eines Tages wird sie von ihrem Großonkel gebeten, auf seiner Finca auf Mallorca nach dem Rechten zu sehe, denn es habe mehrere Stornierungen bei den Ferienwohnungen gegeben, was er auf die Misswirtschaft des zuständigen Verwalters zurückführt. Obwohl der Großvater von Liz mallorquinischer Herkunft war, hat sie noch nie von der Finca gehört. Sie kommt dem Wunsch ihres Großonkels nach. Jedoch stellt sich heraus, dass Cristian als Verwalter immer um das Wohl der Feriengäste bemüht und zudem sehr attraktiv ist. Gegenüber Liz gibt er sich verschlossen bezüglich seiner Vergangenheit. Daher hat Liz nicht nur ein Familiengeheimnis aufzudecken, sondern möchte auch mehr über Cristian erfahren.

Anja Saskia Beyers Figuren sind authentisch gestaltet. Sowohl in ihrem wenig erfolgreichen Geschäft in Berlin wie auch auf der Finca in Mallorca konnte ich mir die Handlungen von Liz gut vorstellen. Während ihre Freundinnen bereits an eigene Kinder denken ist sie schon länger ohne festen Freund und ihr Geschäft ist erfolglos. Es ist angenehm zu verfolgen, dass Liz auf Mallorca nach ersten Problemen eine Wandlung durchläuft, was vor allem einer Gruppe von örtlichen Ladenbesitzerinnen zu verdanken ist. Die Frauen versprühen positive Energie und durch sie lernt Liz auch mal loszulassen und selbstbewusster zu sein. Kleine Eifersüchteleien bringen weitere Würze in den Roman

Zwar hat die Autorin mit dem Großonkel einen recht grantigen Charakter kreiert, doch durch ihn kommt ein Familiengeheimnis in die Geschichte, das hintergründig für Spannung sorgt. Daneben sorgt Cristian für weitere Heimlichkeiten in Bezug auf sein Vorleben. Liz weiß nicht, ob sie ihm Vertrauen kann, was für sie aber von grundlegender Bedeutung ist, sowohl im privaten Miteinander als auch in ihrer Rolle als Abgesandte ihres Großonkels.

Die Umgebung auf Mallorca ist zum Träumen schön beschrieben. Sind bei uns die Herbsttage grau und trist wünschte ich mir beim Lesen, auf der Insel sein zu können. Für die Protagonistin bietet das im Vergleich zu Berlin gemächlichere Leben eine kleine Auszeit trotz der Aufgabe, die sie zu erledigen hat. Das Ende der Geschichte ist erfreulich, konnte mich aber von den Verhaltensweisen her nicht vollständig überzeugen. Ein wenig Mallorca-Feeling kann der Lesende sich mit den im Anhang befindlichen Rezepten nach Hause holen.

Sonne, Strand, Olivenernte, Gefühlsverwirrungen und Geheimnisse sind die Zutaten des Romans „Inselliebe und Meer“ von Anja Saskia Beyer, die für Romantik, Wohlgefühl und hintergründige Spannung beim Lesen sorgen. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung.


Donnerstag, 4. November 2021

Rezension: Der Zug der Nonnengänse von Franka Michels

 


Rezension von Ingrid Eßer

*Werbung*
Titel: Der Zug der Nonnengänse
Autorin: Franka Michels
Erscheinungsdatum: 01.09.2021
Verlag: Knaur (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch
ISBN: 9783426527290
------------------------------------------------------------------

Weißwangengänse, auch Nonnengänse genannt, kehren im Herbst von der russischen Eismeerküste aus in ihr Winterquartier nach Langeoog zurück. Die
60-jährige Amelie, die schon lange auf der Insel lebt und früher Nationalpark-Gästeführerin war, erwartet ungeduldig ihre Ankunft. Sie vermutet, dass sie aufgrund ihrer schweren Erkrankung nicht mehr den Rückflug der Gänse zu Beginn des nächsten Jahres sehen wird. Amelie ist eine der beiden Protagonistinnen des Romans „Der Zug der Nonnengänse“ von Franka Michels, einem offenen Pseudonym der Autorin Regine Kölpin.

Die Journalistin Bente aus Hannover, 40 Jahre alt, ist die zweite Hauptfigur der Geschichte. Spontan lässt sie ihren Ehemann Daniel und ihre 14-jährige Tochter Zuhause zurück, um sich eine Auszeit auf Langeoog zu nehmen. Zwischen ihr und Daniel stehen Themen zur Diskussion, zu denen sie eine gegenteilige Meinung haben. Bente fühlt sich unverstanden und in eine Nebenrolle gedrängt, während Daniels Beruf im Vordergrund zu stehen scheint und er auf einen Kollegen seiner Ehefrau eifersüchtig ist. Auf Langeoog begegnen sich Amelie und Bente, woraus sich sehr bald eine tiefe Freundschaft entwickelt. Verbunden sind sie durch gemeinsame Erfahrungen. Doch der Älteren von ihnen bleibt wenig Zeit dazu, ihre Erkenntnisse aus dem Erlebten der Jüngeren mitzuteilen.

Bereits das Cover vermittelte mir die Ruhe der Natur, die die beiden Protagonistinnen auf der Insel finden. Die Autorin lebt selbst an der Nordseeküste und sehr schön hat sie ihre eigenen Eindrücke in den Roman einfließen lassen und für mich als Lesende vorstellbar gemacht. Da ich vor einigen Jahren auch auf Langeoog zu Gast war, kehrten meine Erinnerungen schnell wieder. Dank guter Recherche bindet Franka Michels in der Geschichte ebenfalls Wissenswertes rund um die Lebensweise von Gänsen auf der Insel und ganz speziell zu Nonnengänsen ein.

Zunächst ist noch nicht ersichtlich, was die beiden Hauptfiguren schließlich verbindet, denn zu verschieden sind ihre Sorgen. Ganz behutsam nähert sich die Autorin dem Thema des bevorstehenden Sterbens Amelies, die bewusst Abschied nimmt von all den vertrauten Dingen ihres Alltags. Gleichzeitig sorgt sie mit den Zwistigkeiten in der Ehe von Bente, die bisher bestimmt war von einem starren, eher konservativen Rollenkonzept, für einen starken Kontrast, denn die Hannoveranerin kämpft mit ihrer Wut und ihrer anhaltenden Liebe zu ihrem Ehemann. Sie bemerkt, dass die Beziehung zu ihm sich zum Nachteil verändert hat. Diese beiden Erzählstränge sind bereits bewegend, doch der Roman erlebt noch einmal ein emotionales Highlight als Amelie und Bente sich befreunden und sich gemeinsam dem stellen, was sie verbindet und bedrückt. Die Figuren und ihre Handlungen sind authentisch und manche hat ihre eigenen Ecken und Kanten.

Der berührende Roman „Der Zug der Nonnengänse“ von Franka Michels ist eine Geschichte vom Kommen und Gehen im Leben. Im Fokus stehen zwei Frauen unterschiedlichen Alters mit ganz verschiedenen Problemen, die sich bald freundschaftlich verbunden fühlen und sich gegenseitig stützen. Die Autorin zeigt, wie wunderbar und tröstlich es sein kann, sich mit der Natur zu verbinden. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung zum Buch.



Mittwoch, 3. November 2021

Rezension: Sommersprossen - Nur zusammen ergeben wir Sinn von Cecelia Ahern

 


*Werbung*
Sommersprossen - Nur zusammen ergeben wir Sinn
Autorin: Cecelia Ahern
Übersetzerin: Christine Strüh
Hardcover: 400 Seiten
Erschienen am 27. Oktober 2021
Verlag: FISCHER Krüger

----------------------------------------

Allegra Bird lebt in Dublin und arbeitet dort als Überwacherin des ruhenden Verkehrs. Sie sieht sich dabei als eine Art Hilfspolizistin, nachdem sie ihren ursprünglichen Plan von einem Job bei der Polizei nicht verwirklichen konnte. Ein Dorn im Auge ist ihr ein gelber Ferrari, dem sie jeden Tag einen Parkzettel ausstellt - bis der Besitzer sie wütend zur Rede stellt. Er wirft er ihr an den Kopf, dass jeder Mensch eine Mischung aus den fünf Menschen ist, mit denen er oder sie am meisten Zeit verbringt und diese in ihrem Fall offenbar alle Versager sind. Allegra ist tief gekränkt und kommt gleichzeitig ins Grübeln, wer ihre fünf Personen überhaupt sind. Wen kann sie seit ihrem Umzug nach Dublin noch dazu zählen? Und wen hätte sie gern als Teil der fünf?

Im ersten Kapitel erklärte Allegra mir als Leserin, woher sie ihren Spitznamen „Freckles“, also Sommersprosse, hat. Während ihrer Schulzeit auf einem Internat hat sie die Sommersprossen auf ihren Armen zu Sternbildern verbunden. Erst mit Tinte, als man ihr diese wegnahm mit spitzen und scharfen Gegenständen. Inzwischen ist sie vierundzwanzig Jahre alt und trägt die Narben jener Zeit für immer auf der Haut.

Ihr Leben in Dublin ist geprägt von Routine. Ihr Wecker klingelt jeden Werktag zur selben Zeit, sie kauft beim selben Bäcker eine Waffel zum Frühstück, läuft ihr Gebiet ab und isst auf derselben Bank ihr Mittagessen. Doch nach der Begegnung mit dem Fahrer des gelben Ferraris ist alles aus dem Takt und seine Worte lassen sie nicht mehr los. Wen kann sie zu ihren fünf Personen zählen außer ihrem Vater, einem Musikprofessor, der auf Valentia Island wohnt? Ihre Mutter hat sie nie kennengelernt und zu ihren alten Freunden hat sie nur noch wenig Kontakt. In Dublin hat sie sich zur Einzelgängerin entwickelt.

Immer wieder zeigt sich, dass Allegra sich mit sozialen Situationen schwer tut und beispielsweise ihr Gegenüber falsch interpretiert. Sie tat mir manchmal schon ein wenig Leid und ich hoffte mit, dass es ihr gelingt herauszufinden, wer „ihre“ fünf Menschen sind. Die Antwort darauf war für mich vorhersehbar, doch es war schön, sie auf ihrem Weg zur Erkenntnis zu begleiten. Das Tempo ist sehr ruhig und kommt nur langsam in Schwung. Irritiert hat mich Allegras relativ sorgloser Umgang mit Drogen, da sie es für eine Frau, die gerne Polizistin geworden wäre, eigentlich besser wissen sollte.

„Sommersprossen“ ist eine Geschichte über Familie, Freundschaft und Liebe, in deren Zentrum die Verkehrsüberwacherin Allegra Bird steht. Mich konnte der Roman vor allem mit seinen Überlegungen zu der Aussage, dass man die Mischung aus den fünf Personen ist, mit denen man am meisten Zeit verbringt, nachdenklich stimmen. Dieser Roman ist für alle, die dieser Frage ebenfalls auf den Grund gehen und Allegra auf ihrem Weg zur Antwort begleiten wollen.

Dienstag, 2. November 2021

Rezension: Der Zorn des Oktopus von Dirk Roßmann und Ralf Hoppe

 


Rezension von Ingrid Eßer

*Werbung*
Titel: Der Zorn des Oktopus
Autoren: Dirk Roßmann und Ralf Hoppe
Erscheinungsdatum: 18.10.2021
rezensierte Buchausgabe: Hardcover
ISBN: 9783785728017

---------------------------------------------------------------

Das Buch „Der Zorn des Oktopus“ von Dirk Rossmann und Ralf Hoppe ist ein Thriller, der in einer dystopischen nahen Zukunft spielt. Der Titel ist angelehnt an das vorige Buch „Der neunte Arm des Oktopus“ von Dirk Rossmann. Die Handlung spielt auch vor dem gleichen Hintergrund mit der Annahme, dass unsere Umwelt sich durch bestimmte Faktoren immer lebensunwerter gestaltet und es zur Klimakatastrophe kommt. Jedoch sind die fiktiven Protagonisten neu und es wird für das Lesen keine Vorkenntnis der Handlung des ersten Thrillers benötigt. Ein Oktopus spielt im vorliegenden Buch nur eine nebensächliche Rolle. Sind es im realen Leben die beeindruckenden Millionen Nervenzellen, die eine Krake zu einem feinfühligen Lebewesen machen, steht im Fokus der Erzählung ein Quantencomputer, der eine extrem hohe Dichte, teils sehr sensibler Zahlen auswertet und dem Menschen unglaubliche Ergebnis für die Zukunft vorhersagen kann.

In einführenden Kapiteln beschreiben die Autoren unsere Welt wie wir sie in den Jahren 2026 bis 2028 erleben könnten. Die Vereinigten Staaten von Amerika, China und Russland haben eine Klima-Allianz gebildet, zu der sich weitere Länder hinzugesellen, nur Indien sträubt sich noch. Es wurde eine Einheit gegründet, die sicherstellen soll, dass genügend Nahrung vorhanden ist. Eine erste Technologie, die dabei helfen soll wurde vorgestellt, endete aber in einem Fiasko. Die Haupthandlung spielt ab Juli 2029. In einem neu gegründeten Meta-Ministerium in Island arbeiten Wissenschaftler an einem Supercomputer, der bereits vielversprechende Daten liefert. Er enthält eine Ressource, die auf dem Mars gewonnen wurde und momentan einmalig auf der Welt ist. Desto größer ist das Begehren, sie und den Quantencomputer zu besitzen und die dazu führt, dass manche für den Besitz über Leichen gehen. Nur zwei Personen, in ihrer beruflichen Stellung eher unbedeutend sind und früher einmal ein Paar waren können den Gau für die Welt eventuell verhindern.

Dirk Rossmann und Ralf Hoppe bauen die Handlung ihres Thrillers mit Handlungsorten rund um die Welt auf den heutigen Gegebenheiten auf. Ihre Vorstellung unserer Welt von morgen ist beeindruckend und durchaus vorstellbar, vor allem in den Details rund um das Klima. Immer wieder weisen sie auf verschiedene bereits heute sich ankündigende Bedrohungen aufgrund der von uns verursachten Störungen der Umwelt hin. Interessant fand ich die Vorstellung eines Computers, der problemlos das exakte Wetter vorhersagen kann. Es ist klar, dass er ein Ding des Habenwollens darstellt, aber welche Macht er besitzen könnte, wenn er in falsche Hände gerät, erfährt der Lesende im Laufe der Geschichte.

Die Autoren beschreiben Hintergründe zum Klimawandel genauso verständlich für die Lesenden wie die Arbeitsweise des Quantencomputers und das Leben eines indigenen Volks. Um etwas zu verdeutlichen greifen sie gelegentlich zu Metaphern. Sie zeigen Fakten auf, die mich manchmal zum Nachdenken brachten. Die eigene Neugierde und der Spaß am Neuen lassen sich aus dem Schreibstil herauslesen, der geprägt ist von kurzen Sätzen, die auf den Punkt geschrieben sind.

Die Figuren sind abwechslungsreich gestaltet, jede von ihnen wird anschaulich beschrieben, so dass ich sie mir gut vorstellen konnte. In der Regel erweisen sie sich als wandelbar, was für eine gewisse Unberechenbarkeit und Spannung in der Handlung sorgt. Die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten entwickelt einige Höhen und Tiefen und sorgte bei mir für Sympathiepunkte, so dass ich darauf hoffte, dass die zwei Figuren einen glücklichen Stand am Ende des Buchs haben werden.

Man spürt das innere Brennen der Autoren Dirk Rossmann und Ralf Hoppe im Thriller „Der Zorn des Oktopus“ dafür, dem Lesenden den Klimawandel mit seinen für unsere Welt bevorstehenden fürchterlichen Konsequenzen nahezubringen und aufzuzeigen, dass es fünf vor zwölf in der Krise ist. In einem Schreibstil, der auch die technischen Elemente der Handlung leicht nachvollziehbar macht, haben sie Spannung bis zum Ende verpackt. Sehr gerne empfehle ich den Thriller daher uneingeschränkt weiter.


Rezension: Die Stunde zwischen Nacht und Morgen von Priska Lo Cascio

 


Rezension von Ingrid Eßer

*Werbung*
Titel: Die Stunde zwischen Nacht und Morgen
Autorin: Piska Lo Cascio
Erscheinungsdatum: 02.11.2021
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch 
ISBN: 9783426307878
------------------------------------------------------------------

In ihrem Roman „Die Stunde zwischen Nacht und Morgen“ nimmt Priska Lo Cascio die Lesenden mit in das Köln der Nachkriegszeit. Doch vorher zeigt sie wie der 14-jährige Matthes im März 1945 als Augenzeuge erleben muss, wie die Alliierten in einem letzten Großangriff Köln in Trümmern legen. Er ist einer der drei Protagonisten der Geschichte. Aufgrund des sich umarmenden Paar auf dem Cover versprach ich mir beim Aufblättern eine Liebesgeschichte vor schicksalhaftem Hintergrund und wurde nicht enttäuscht.

Neben Matthes, der beim oben erwähnten Bombenangriff zur Vollwaise wird, stehen sein älterer Bruder Helmut und die junge Schweizerin Elvira, Eli genannt, im Fokus der Erzählung. Helmut studiert Pharmakologie und beabsichtigt, später in der Apotheke seines Vaters zu arbeiten, als er sich im Jahr 1942 freiwillig zum Wehrdienst meldet, um für Deutschland als sein Vaterland zu kämpfen. Jetzt kehrt er nach Hause zurück und steht vor den Ruinen seines Elternhauses. Bei der Suche nach seinem Bruder begegnet er der 25 Jahre alten, aus betuchtem Haus stammenden Eli, die als Freiwillige für die Schweizer Spende arbeitet, die in Köln ein Barackendorf errichtet hat. Eli hat auf Wunsch ihrer Eltern einem Anwalt in der Schweiz die Ehe zugesagt, doch sie hadert mit ihren Gefühlen zu ihm. Durch ihre gemeinnützige Arbeit findet sie Wertschätzung und die Entfernung zur Heimat gibt ihr Gelegenheit, über ihre Zukunft nachzudenken.

Priska Lo Cascio greift in ihrem Roman ein eher unbekanntes Kapitel der Geschichte auf. Vor dem Lesen des Buchs hatte ich noch nicht von dem „Schweizer Dorf“ in Köln gehört, das dort nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde. Es ist berührend darüber zu lesen, wie engagiert sich Freiwillige aus der Schweiz damals dort darum bemühten, die Not und den Hunger der Bevölkerung in der rheinischen Stadt zu lindern. Der Winter 1946/47 zeichnete sich durch besonders kalte Temperaturen aus und mancher Kölner war froh, überhaupt ein Zuhause gefunden zu haben, auch wenn man auf engstem Raum zusammenwohnte. Einige lebten im Keller zwischen den Ruinen oder in notdürftig wieder hergerichteten Wohnungen. Die Schweizer Spende“ organisierte in Köln Massenspeisungen, Ausgaben von gespendeten Kleidern und Medikamenten.

Eli ist eine lebensfreudige Figur, die sich durch die Pläne ihrer Eltern und ihres Verlobten eingeschränkt fühlt und eine Möglichkeit findet, sich selbst zu verwirklichen. Jedoch gestaltet es sich aufgrund von Konventionen, denen sie unterliegt, nicht einfach, dauerhaft ihren eigenen Interessen nachzugehen. Sie nimmt die großen Unterschiede wahr, wie wohlbehütet sie selbst in der Schweiz die Kriegsjahre erlebt hat und in welchem Elend die Kölner durch die Bombenangriffe versunken sind.

Einfühlsam beschreibt Priska Lo Cascio die Schweigsamkeit von Helmut, die mit seinen Erfahrungen im Krieg zusammenhängt. Er wirkt nicht nur distanziert auf Eli, sondern wahrt auch einen gewissen Abstand zu ihr. Die Autorin zeigt anhand der Beziehung von Helmut und Eli, wie schwierig eine Annäherung zwischen Personen ist, die Sympathie zueinander empfinden, wenn beide eine folgenschwere Vergangenheit haben. Matthes bildet nicht nur ein Bindungsglied zwischen seinem Bruder und Eli, sondern veranschaulicht die Probleme der Heranwachsenden, die mit tragischen Umständen einen Kampf ganz eigener Art führen und sich dennoch auf ihre Zukunft freuen.

In ihrem Roman „Die Stunde zwischen Nacht und Morgen“ erzählt Priska Lo Cascio behutsam die Geschichte eines Soldaten, der aus dem Krieg heimkehrt und sich zu einer freiwilligen Helferin der Schweizer Spende im Barackendorf in Köln hingezogen fühlt. Unter Einbindung der damaligen politischen Verhältnisse und geltender gesellschaftlicher Etikette wirkt die Erzählung authentisch und nachvollziehbar. Daher vergebe ich sehr gerne eine Leseempfehlung an Lesende historischer Romane.

Montag, 1. November 2021

LovelyBooks Leserpreis 2021

 



Liebe Lesenden,

am 1. November 2021 geht der LovelyBooks Leserpreis in die 13. Runde! Wir sind bereits seit 2012 bei LovelyBooks aktiv und nominieren und stimmen dabei also zum 10. (!) Mal ab. Jeder registrierter LovelyBooker hat eine Stimme in jeder Kategorie.


Aber diesmal begleiten wir als "Buchsichten" den LovelyBooks Leserpreis auch noch als Patinnen in der Kategorie Historische Romane. 

Jedes Mal, wenn ihr ein Buch auf der Webseite von LovelyBooks aufruft und dieses Zeichen seht:


wisst ihr, dass es sich um einen historischen Roman handelt. 

 Anmerkung: Allerdings gibt es auch Bücher, die zwar in historischer Vergangenheit spielen, aber in die Kategorie Unterhaltung oder Literatur eingeordnet sind. Die Zuordnung übernimmt in der Regel der Verlag.

Macht mit! 

Zur Nominierung in allen Kategorien kommt ihr hier: KLICK!

Zur Nominierung speziell historischer Roman geht es hier lang: KLICK!


Unten stehend findet ihr eine ausführliche Erklärung des Ablaufs des LovelyBooks Leserpreises 2021.

Zum Lovelybooks Leserpreis gibt es auch ein Gewinnspiel für alle Teilnehmenden, weitere Angaben dazu findet ihr weiter unten in der Erklärung des Leserpreises.

 

Über den LovelyBooks Leserpreis 2021

Das ist der LovelyBooks Leserpreis

Der LovelyBooks Leserpreis zeichnet seit 2009 jährlich die besten Neuerscheinungen in unterschiedlichen Kategorien aus. Das Besondere: Du als Leser*in bestimmst, welche Bücher, Autorinnen und Autoren gekürt werden, du zeigst mit deiner Stimme, welche Bücher die besten Neuerscheinungen des Jahres sind.

Der Lovely Books Leserpreis bündelt so die Meinung der deutschsprachigen Leser*innen und zeichnet die Bücher aus, die die Leser*innen wirklich lieben und empfehlen. In die erste Runde kommen die Bücher, die im vergangenen Jahr von unseren Leser*innen besonders empfohlen und nachgefragt wurden. Aus dieser Auswahl kannst du einem Buch pro Kategorie deine Stimme geben und es so in die Abstimmungsrunde wählen.

Am 25. November 2021 werden die Preisträger*innen bekannt gegeben.

Was ist der LovelyBooks Leserpreis 2021 und warum gibt es ihn?

Beim LovelyBooks Leserpreis bestimmen allein die Leser*innen, welche Bücher ihnen im vergangenen Jahr besonders gut gefallen haben. Im Vergleich zu Bestsellerlisten oder Kritiker*innenpreisen steht hier die Meinung der Leser*innen im Vordergrund. Der Preis ist ein Dankeschön der Leser*innen an all jene Autorinnen und Autoren, die sie mit ihren Geschichten und Texten begeistern. Die Stimmen der Leserinnen und Leser beim LovelyBooks Leserpreis zeigen, welche Neuerscheinungen des Jahres 2021 wirklich lesenswert sind. 2021 wird der LovelyBooks Leserpreis bereits zum dreizehnten Mal vergeben. Die Resonanz in den vergangenen Jahren war riesig und macht den LovelyBooks Leserpreis zum größten von Leserinnen und Lesern vergebenen Buchpreis im deutschsprachigen Raum.

Wie läuft der LovelyBooks Leserpreis 2021 genau ab?

1. November - 11. November 2021: Nominierungsrunde

In der ersten Runde kannst du in den einzelnen Kategorien je ein Buch wählen. Hierbei gibst du den Büchern deine Stimme, von denen du dir wünschst, dass sie den LovelyBooks Leserpreis 2021 erhalten. Die Bücher müssen zwischen November 2020 und Oktober 2021 erstmalig auf Deutsch erschienen sein.

15. November - 23. November 2021: Abstimmungsrunde

In der Abstimmungsrunde werden in jeder Kategorie die 35 Bücher angezeigt, die in der Vorrunde die meisten Nominierungen bekommen haben. Unter diesen Büchern kannst du nun erneut abstimmen und so mitentscheiden, welche Bücher den LovelyBooks Leserpreis 2021 erhalten. Du kannst in jeder Kategorie eine Stimme abgeben.

25. November 2021:

Bekanntgabe der Preisträger*innen

Am 25. November werden die Preisträger*innen aller Kategorien in Gold, Silber und Bronze bekannt gegeben. Die Bücher, die während der Abstimmung die meisten Stimmen erhalten, gewinnen.

Muss man bei LovelyBooks registriert sein, um für Bücher abzustimmen?

Ja, um beim LovelyBooks Leserpreis 2021 mitbestimmen zu können, muss man bei LovelyBooks registriert sein. Nur so können wir sicherstellen, dass jeder nicht mehr als die eine offizielle Stimme pro Kategorie abgibt.

Wann werden die Preisträger*innen bekannt gegeben?

Am 25. November werden die Preisträger*innen aller Kategorien in Gold, Silber und Bronze bekannt gegeben. Die Bücher, die während der Abstimmung die meisten Stimmen erhalten, gewinnen.

Welche Kategorien gibt es?

In folgenden vierzehn Kategorien kannst du deine Lieblingsbücher wählen:

Hauptkategorien

1. Literatur
2. Unterhaltung
3. Krimi & Thriller
4. Fantasy & Science Fiction
5. Jugendbuch – Fantasy
6. Jugendbuch – Belletristik
7. Kinderbücher
8. Bilderbücher
9. Liebesromane
10. Historische Romane
11. Sachbuch und Ratgeber

Sonderkategorien
12. Bestes Hörbuch
13. Bester Buchtitel
14. Bestes Buchcover


Was ist der Unterschied zwischen Haupt- und Sonderkategorien?

Jeder Titel kann nur in einer der Hauptkategorien vertreten sein, aber zusätzlich in mehreren Sonderkategorien, sofern passend.

Welche Bücher kann man beim Leserpreis wählen?

Um beim LovelyBooks Leserpreis 2021 in die Nominierungsrunde zu kommen sind folgende Punkte zu beachten:

Erscheinungsdatum

Nur Bücher, die zwischen dem 1. November 2020 und dem 31. Oktober 2021 erstmalig auf Deutsch erschienen sind, können beim LovelyBooks Leserpreis 2021 gewählt werden. Bücher, die außerhalb dieses Zeitraumes erschienen sind, leider nicht.

Deutsche Erstausgabe

Abgesehen vom Erscheinungszeitraum des Buches ist es wichtig, dass es sich bei dem Buch um eine deutsche Erstausgabe (egal ob Übersetzung oder Originalausgabe) handelt. Bücher, die vor dem 1. November 2020 erschienen sind, erst nach dem 31. Oktober 2021 erscheinen oder aber früher bereits in einem anderen Format veröffentlicht wurden, stehen nicht zur Wahl.

Bester Buchtitel

Für die Kategorie “Bester Buchtitel” kannst du die Titel wählen, deren Buchtitel dir am besten gefallen und die du besonders kreativ findest. Hier geht es wirklich nur um deinen liebsten Titel eines Buches und nicht um dein Lieblingsbuch oder deine/n Lieblingsautor*in.

Bestes Buchcover

Wähle die Bücher, deren Covergestaltung dir am besten gefällt! Wir möchten hier die am schönsten gestalteten Cover abbilden. Der Inhalt des Buches wird in diesem Fall nicht bewertet!

Kann man als Leser*in beim LovelyBooks Leserpreis 2021 etwas gewinnen?

Insgesamt verlosen wir unter den Leserinnen und Lesern, die am Gewinnspiel zum LovelyBooks Leserpreis 2021 teilgenommen haben, 35 Buchpakete: 10 Buchpakete mit jeweils 25 Büchern und 25 Buchpakete mit jeweils 10 Büchern! Die Gewinner*innen dürfen sich also über viele schöne Bücher freuen! Hier geht es zum Gewinnspiel: KLICK!


(Quelle "Über den LovelyBooks Leserpreis 2021: LovelyBooks)





-->