Montag, 16. Juni 2014

[Rezension Hanna] Days of Blood and Starlight von Laini Taylor




Das Buch ist Teil der Trilogie Zwischen den Welten:

Band 1: Daughter of Smoke and Bone (Rezension)
Band 2: Days of Blood and Starlight


Inhalt
Nachdem Karou das Geheimnis um ihre Herkunft gelüftet und von Akiva die schreckliche Wahrheit über den Verbleib ihrer Familie erfahren hat, haben sowohl Akiva als auch ihre Freundin Zuzana nichts mehr von ihr gehört. Doch sie ist nicht tot, sondern sie hat sich mit Thiago, dem weißen Wolf, verbündet. Als neue Wiedererweckerin erschafft sie ihm in Marokko eine geflügelte Soldatenarmee, mit der Thiago die Vernichtung der Chimären rächen will. Akiva wird währenddessen zu Einsätzen geschickt, bei denen die letzten Zivilisten der Chimären für den allumfassenden Sieg der Seraphim ermordet werden sollen. Ist die Hoffnung auf Frieden zwischen den Völkern, von dem Madrigal und Akiva einst träumen, unwiederbringlich verloren?

Meinung
Nachdem am Ende des ersten Buches „Daughter of Smoke and Bone“ für Karou eine Welt zusammengebrochen ist, war ich zu Beginn von „Days of Blood and Starlight“ gespannt, für welchen Lebensweg sie sich nun entschieden hat. Lässt sie alles hinter sich und lebt ihr menschliches Leben in Prag weiter? Oder wird sie versuchen, ihrem beinahe vollständig vernichteten Volk zu helfen – aber wie? Hier spannt Laini Taylor den Leser auf die Folter, in dem sie zu Beginn nur die Erlebnisse von Akiva und Zuzana schildert, die sich ebenfalls fragen, was aus Karou geworden ist.

Erst nach mehreren Kapiteln kam die erwartete Erlösung – Karou lebt! Ohne sie hätte es ja auch schlecht weitergehen können. Überrascht hat mich allerdings, dass sie sich mit Thiago verbündet hat und wie sie sich von ihm behandeln lässt. Indem abwechselnd die Mehrzahl der Kapitel aus Karous und Akivas Sicht beschrieben wird, erlebt man den Fortgang des Krieges aus beiden Perspektiven. Doch beide zweifeln jedoch zunehmend an der Richtigkeit ihres Tuns. Ich war neugierig, wie lange sie ihren Befehlen wohl nachkommen müssen und werden. Das Gefühl innerer Zerrissenheit, das beide gleichermaßen und doch auf ihre ganz eigene Weise empfinden, konnte ich dabei absolut nachvollziehen.

Dieses Buch ist um einiges düsterer als der Vorgänger, da es sich auf den Krieg und die Rolle von Karou und Akiva in ihm konzentriert. Sehr gut gefallen haben mir als Abwechslung und Lichtblick zwischendurch die Kapitel aus Zuzanas Sicht – ich finde ihren Humor herrlich erfrischend. Schön fand ich außerdem, dass auch das Schicksal einiger am Krieg beteiligter beziehungsweise vom Krieg betroffener Charaktere geschildert wurde. Dabei hat sich der Chimärensoldat Kiri mit seiner sanften und dennoch mutigen Art schnell zu meinem Liebling gemausert.

Obwohl sich das Buch hauptsächlich um den Krieg zwischen Seraphim und Chimären dreht, werden viele Facetten dieser Auseinandersetzung geschildert, was mich hat fesseln können. Laini Taylor beschreibt Szenen voller Schrecken und lässt kurze Zeit später wieder Hoffnung aufkommen, was bei mir zu einem Auf und Ab der Gefühle führte. Dabei gelingt der Autorin auch so manche Überraschung, die ich nicht habe kommen sehen, und es bleibt spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ich hoffe sehr, dass die Übersetzung des Trilogieabschlusses, im englischen Original „Dreams of Gods and Monsters“, nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt, denn ich brenne nun darauf zu erfahren, wie die Geschichte rund um Karou und Akiva endet!

„Days of Blood and Starlight“ ist düster und hochspannend und fokussiert sich gänzlich auf den Krieg zwischen Seraphim und Chimären. Die Charaktere konnten mich auf ganzer Linie überzeugen und ich konnte mit ihnen fühlen. Durch unvorhergesehene Ereignisse blieb das Buch interessant bis zum Schluss. Falls ihr den Vorgänger mochtet und nichts dagegen einzuwenden habt, dass sich die Geschichte vom Alltagsleben verabschiedet und nun vom Krieg in Eretz erzählt, dann wird euch das Buch ebenso fesseln können wie mich!

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Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag: 624 Seiten
Erscheinungsdatum: 26. September 2013
Verlag: Fischer FJB
Link zur Buchseite des Verlags

Freitag, 13. Juni 2014

Interview mit der Autorin Rebecca Michéle zu ihrem neuen Buch "Im Schatten der Vergeltung"

Foto: von der Autorin zur Verfügung gestellt


  • Rezension zum Buch "Im Schatten der Vergeltung": KLICK!

Liebe Frau Michéle, zuerst möchte ich Sie kurz unseren Lesern vorstellen:

Rebecca Michéle wurde 1963 im Baden-Württembergischen Rottweil geboren und ist dort aufgewachsen. Heute lebt sie zusammen mit ihrem Mann und zwei Katzen in der Nähe von Stuttgart. 1996 wurde ihr erster Roman veröffentlicht. Seither wurden weitere 27 Romane bei unterschiedlichen Verlagen in den Genres Historischer Roman, Historischer Liebesroman, Liebesroman, Krimi, Familiensagas und – geschichten publiziert. Einige Romane von ihr erscheinen unter Pseudonym. Nach ungefähr 20 Jahren als Angestellte ist Rebecca Michéle seit 2000 freie Autorin. Neben dem Schreiben widmet sie sich bereits seit 1986 dem Turniertanz und ist auch als Tanzsporttrainerin tätig. Gerne organisiert sie für Reisegruppen ihrer Heimat Fahrten nach Großbritannien und Irland und leitet diese vor Ort.


  • Bitte erläutern Sie doch unseren Lesern wie es zu dem Pseudonym Rebecca Michéle kam und warum Sie noch unter weiteren Namen veröffentlichen.


Als ich 1996 meinen ersten Roman veröffentlichte, hieß ich wirklich Michéle, dieser Teil des Namens ist also kein Pseudonym. Da mein Roman aber in England spielt und mein wahrer Vorname so richtig schön typisch deutsch ist, war es der Wunsch des Verlages, einen Vornamen zu wählen, der auch englisch sein könnte. Da ich seit meiner Kindheit den Roman und den Film Rebecca (von Daphne du Maurier) liebe und ich mir immer wünschte, wenn ich eine Tochter haben sollte, diese Rebecca zu nennen, war es eine Sekundenendscheidung, den Vornamen Rebecca zu wählen. An Rande: Das mit der Tochter hat nicht geklappt …

2001 heiratete ich dann und nahm den Nachnamen meines Mannes an, ließ allerdings Rebecca Michéle auf meinem Ausweis eintragen, weil ich bis dato bereits mehrere Romane unter diesem Namen veröffentlich hatte und natürlich keinen Wechsel wollte. Somit ist Rebecca Michéle kein klassisches Pseudonym, denn ich führe diesen Namen gleichbedeutend mit meinem anderen und trete in der Verlagswelt nur unter Rebecca Michéle auf.

Zu den weiteren Pseudonymen (Ricarda Martin, Michelle Ross und Mia Richter) kam es durch Genrewechsel meiner Geschichten. Hier wollten die jeweiligen Verlage die Pseudonyme, um die verschiedenen Genres klar voneinander zu trennen.


  • Ihre Bücher spielen fast alle in Großbritannien. Recherchieren Sie immer vor Ort?


Eigentlich ist es anders herum, zuerst war die Recherche, dann begann ich mit dem Schreiben. Seit meiner Kindheit bin ich von Großbritannien und britischer Geschichte fasziniert und las bereits als 12jährige die ersten Biografien von englischen Herrschern – bevorzugt aus der Tudorzeit. Mit zwanzig reiste ich dann zum ersten Mal auf die Insel und bin seitdem diesem Land verfallen J. Alle in meinen Romanen erwähnten Schauplätze habe ich mehrmals bereist, und mein Wissen über die historischen Hintergründe ist sehr umfangreich. Allein meine eigene Bibliothek über britische und irische Geschichte umfasst ca. 500 Bücher, Bildbände und sonstiges Material. 

Natürlich recherchiere ich bei jedem neuen Projekt die Feinheiten des historischen Hintergrundes erneut explizit, reise auch dann gezielt nochmal zu diesen Orten und lasse das Flair intensiv auf mich einwirken. 


  • Der Roman „Im Schatten der Vergeltung“ führt den Leser ins 18. Jahrhundert. Sie thematisieren dabei die Auswirkung der Niederschlagung des 2. Jakobitenaufstands. Wie kamen Sie auf dieses Thema? Wird der Leser auch historisch verbürgten Figuren begegnen?


Das Herrscherhaus der Stuarts war schon immer eines meiner geschichtlichen Lieblingsthemen. Und wenn man einmal auf dem Schlachtfeld von Culloden steht (ich war inzwischen 8 Mal dort), drängen sich diese furchtbaren Vorgänge einem einfach auf und lassen einem nicht mehr los. So war es nur ein kleiner Schritt, bis die Geschichte in meinem Kopf entstand. Allerdings wollte ich nicht direkt die Zeit des Jakobitenaufstandes beschreiben, weil es darüber auch schon viele Romane auf dem Markt gibt, sondern eher die Auswirkungen auf das einfache Volk in den Jahrzehnten danach. Darüber hinaus fand sich die Kombination von Schottland und Cornwall reizvoll, weil zwischen diesen Menschen ein großer Unterschied bestand und heute noch besteht. Ja, und schließlich sollte es auch eine Familiengeschichte werden, in der das Schicksal von drei Generationen zum Tragen kommt, das eng miteinander verknüpft ist.

Ja, einige historische Figuren spielen in dem Roman eine zentrale Rolle. Z.B. Robert Burns, der bekannte schottische Dichter, der zur Zeit meiner Geschichte aber noch am Anfang seiner Laufbahn steht, ebenso König Georg III, seine Ehefrau Charlotte, sowie sein Sohn George, der Prinzregent, der für sein ausschweifendes Leben und seine Liebe zu jungen, hübschen Frauen berühmt-berüchtigt ist. Die politischen Ereignisse, die während dieser Zeit stattfanden, bilden eine zentrale Rolle in meinem Roman und waren für einen stimmigen Plot unverzichtbar.


  • Welchem Ablauf beim Schreiben von der Idee zum Buch folgen Sie? Gehen Sie eher systematisch vor oder schreiben Sie erstmal drauflos?


Es gibt zwei Sorten von AutorInnen: Die einen planen und plotten bis ins letzte Detail, die anderen haben einen roten Faden und lassen dann der Geschichte beim Schreiben seinen freien Lauf. Ich gehöre zu der zweiten Kategorie. Zuerst war die grobe Handlung da, dann fing ich einfach an zu schreibe. Da "Im Schatten derVergeltung" mit 600 Buchseiten ein eher umfangreicher Roman ist, wusste ich auf den ersten 200 Seiten so manchen Handlungsstrang noch nicht. Irgendwann tippten mir dann Figuren auf die Schulter, erzählten mir ihre Erlebnisse und wollten in der Geschichte auch vorkommen. Diesen Wünschen habe ich gern entsprochen…;-)

Es kommt auch vor, dass ich einen Roman nicht von vorne bis hinten durchschreibe, sondern durchaus einzelne Szenen notiere, die ich dann später an den richtigen Stellen einbaue. Das bedeutete dann später eine sehr intensive und genau Überarbeitung, damit am Ende alles rund und stimmig ist.


  • Haben Sie zum Schreiben einen festen Schreibplatz und wenn ja, wie sieht dieser aus?


In der Regel arbeitete ich in meinem Arbeitszimmer, bei schönem Wetter auch mit dem Laptop im Garten. Das Arbeitszimmer hat nur ca. 8 qm² und beinhaltet meinen Schreibtisch und an den Wänden Regale mit Büchern und Aktenordnern. An der Tür hängt von außen ein Schild mit der Aufschrift: „Bitte nicht stören –in mir denkt’s“. Wenn die Tür geschlossen ist, bedeutete das für meinen Mann keinen Eintritt ;-).

Selten schreibe ich auch unterwegs und/oder im Urlaub. Dann sammle ich eher Ideen und notiere diese auch grob, die Ausfertigung erfolgt aber dann in alle Ruhe bei mir zuhause. Zum Schreiben brauche ich Ruhe und eine gewisse Regelmäßigkeit, dann flutschen die Wörter am besten aus meinen Fingern.


  • An wie vielen Büchern schreiben Sie gleichzeitig?


In der Regel schreibe ich immer nur an einem Manuskript, um in die Geschichte richtig eintauchen zu können. Dann werden die Charaktere auch fast wie reale Menschen für mich, die mich auch außerhalb der Schreibzeiten stets begleiten. Bei sehr umfangreichen Manuskripten (600 – 900 Seiten) arbeite ich jedoch bevorzugt mit Teillektoraten. Das heißt, dass ich ca. alle 150 – 200 Seiten diese dem Verlag zukommen lassen und auf ein Feedback warte, ob sich die Geschichte und die Charaktere sich gemäß den Vorstellungen des Verlages entwickeln. Dieses Feedback kann durchaus ein paar Wochen dauern. In dieser Zeit schreibe ich dann an einem anderen Roman die erste rohe Fassung, um die Zeit zu nutzen. Ein Wechsel findet also nur alle paar Wochen statt. Ich persönlich kann es mir nicht vorstellen, zeitgleich an zwei Werken gleichbedeutend intensiv zu schreiben.


  • Gibt es ein Genre in dem Sie nie schreiben werden?


Schon James Bond sagte: „Sag niemals nie!“ ;-). Als Autorin wie als Mensch entwickelt man sich weiter, lernt stetig dazu und wechselt auch seine Vorlieben bzw. Abneigungen. Daher ist die Frage nicht pauschal zu beantworten. Im Moment ist es so, dass ich zwar einige Bücher aus dem Bereich Fantasie sehr gern lese, mir selbst aber nicht vorstellen kann, selbst in diesem Genre zu schreiben. Das ist doch eine ganz eigene Welt, zu der ich nicht so richtig Zugang bekomme. Wer weiß jedoch, wie es in drei, vier oder fünf Jahren aussieht? Vielleicht schießt mir dann eine wirklich gute Idee durch den Kopf und ich wage mich auch an Fantasy.

Ansonsten bin ich offen, richte mich hier natürlich auch etwas nach den Verlagen. Derzeit schreibe ich ja historische Romane und zeitgenössische Krimis. Diese Abwechslung macht mir zu gleichen Teilen sehr viel Spaß.


  • Welches Genre lesen Sie selbst am Liebsten? Haben Sie ein Lieblingsbuch?


Wie oben erwähnt, wechselt auch das bei mir ständig. Generell lese ich quer Beet, wobei das Genre mir egal ist, der Schreibstil und die Geschichte muss mich einfach fesseln. Nach wie vor lese ich gern historische Romane vor dem Hintergrund der britischen Geschichte, wobei ich hier eher zu englischen Autoren und Autorinnen greife, die nicht ins Deutsche übersetzt werden, weil deren Hintergründe derart explizit sind und für Nicht-England-Kenner vielleicht nicht so interessant sind. Darüber hinaus nach wie vor geschichtliche Abhandlungen und Biografien.

Lieblingsbücher habe ich einige, denn Bücher, die mich einmal gefesselt haben, lese ich in Abständen immer wieder. Wenn ich mich jetzt entscheiden müsste – ja, es gibt ein Buch, dass ich zum ersten Mal mit zwölf Jahren las und seitdem ca. alle 2-3 Jahre wieder: „Es muss nicht immer Kaviar sein“ von Johannes Mario Simmel. Somit könnte das wohl als mein Lieblingsbuch bezeichnet werden.


  • In Ihrer Freizeit sind Sie begeisterte Turniertänzerin. War der Tanzsport schon einmal Thema in einem Ihrer Romane?


Ganz aktuell diese Tage ist der Roman „Rhythmus der Leidenschaft“ als E-Book bei dotbooks erschienen. Hier geht es nicht nur um große Gefühle, sondern es wird auch so Einiges aus „hinter den Kulissen“ des Tanzsportes geschildert, denn Turniertanz ist ein harter Leistungssport, auch wenn es oft nicht so scheint, da wir Tänzer und Tänzerinnen immer tolle Kleider tragen und auf den Fläche strahlend lächeln.

In den nächsten zwei Jahren ist ein Krimi geplant, in dem der Tanzsport ebenfalls eine tragende Rolle spielen wird.


  • Wenn Ihnen das Schreiben, Tanzen und Reisen noch etwas Zeit lassen, was machen Sie dann am Liebsten?


Natürlich lese ich in meiner Freizeit sehr viel und bewege mich gern an der frischen Luft. Wandern, Fahrradfahren, Schwimmen, im Winter auch Skifahren. Darüber hinaus liebe ich Gesellschaftsspiele jeglicher Art, treffe mich mit Freunden und bekoche diese auch sehr gern. Ich mag es, neue Kreationen auszuprobieren, ohne mich dabei streng an Rezepte zu halten.

Zusätzlich bin ich noch im Tierschutzverein unserer Stadt aktiv und arbeite mehrmals wöchentlich ehrenamtlich im Tierheim im Bereich der Katzenhilfe. Ich habe selbst zwei Stubentiger, denen ich gern und viel Zeit widme.


  • An welchen Buchprojekten schreiben Sie im Moment? Sind schon weitere Veröffentlichungen geplant?


Die Tage gerade abgeschlossen habe ich den 4. Band der Cornwallkrimi-Reihe mit Mabel Clarence und Victor Daniels (erscheint im September im Goldfinch-Verlag, Frankfurt). Mit Schreiben begonnen habe ich bereits mit einem historischen Roman, dessen Geschichte sich auf zwei Zeitebenen bewegt und ein langgehütetes Familiengeheimnis zum Inhalt hat (erscheint im Frühjahr 2015 im Dryas-Verlag, Frankfurt). Als nächstes steht dann auch schon der 5. Band der Cornwallkrimis auf dem Programm, danach der 3. Band der Lokalkrimis mit Schauplatz Rottweil, Baden-Württemberg. Weitere Romane sind in Planung, hier werden gerade die entsprechenden Verträge geschlossen. 

Ganz herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Fragen und weiterhin viel Erfolg! 
Ihre Ingrid Eßer

Ich bedanke mich ganz herzlich für die interessanten Fragen und hoffe, den Lesern mit dem Roman „Im Schatten der Vergeltung“ viele schöne Lesestunden zu bereiten.

Donnerstag, 12. Juni 2014

[Rezension] Hanne-Vibeke Holst - Das Mädchen aus Stockholm

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Titel: Das Mädchen aus Stockholm
Autorin. Hanne-Vibeke Holst
Übersetzerin: Hanne Hammer
Erscheinungsdatum: 12.05.2014
Verlag: Piper Verlag 
rezensierte Ausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
(Haupt-)Handlungsorte: Berlin und Nordjütland
Handlungszeiten: 1940-1946, 1958-1961, 1989 und 2011

 
„Das Mädchen aus Stockholm“ von Hanne-Vibeke Holst ist ein Roman, der die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen und auf verschiedenen Zeitebenen hinweg vor dem Hintergrund politischer Ereignisse erzählt. In der Gegenwart übernimmt Helena, Dramaturgin an der Deutschen Oper Berlin, die Erzählung der aktuellen Ereignisse in der Ich-Form. Ihre Mutter Ingrid, von allen nur Ninni genannt, war eine gebürtige Schwedin aus Stockholm. Sie verleiht dem Buch den Titel. Das abgebildete Mädchen auf dem Buchcover ist eher irreführend, denn als Ninni die dänischen Brüder Leo und Leif an einem Julitag im Jahr 1958 am Strand von Ystad (Schweden) kennenlernt, ist sie 22 Jahre alt, also schon eine junge Frau, und träumt von einer Karriere als Gesangssolistin. 

Helena ist seit vier Jahren an der Oper Berlin tätig als ihr im September 2011 der „Demokratiepreis der deutschen Medien“ überreicht werden soll. Aus diesem Anlass reist ihre Tochter Sophie an, zu der sie nur losen Kontakt hält. Sophie wohnt in Kopenhagen und bringt ihren Freund Khalil mit, den ihre Mutter bis dahin noch nicht kennengelernt hat. Helena steht dieser Verbindung mit Skepsis gegenüber. Sie selbst hält sich für unvoreingenommen, doch es entwickelt sich ein Szenario, dass ihre schlimmsten Befürchtungen real werden läßt. Parallel blendet das Buch auf Ereignisse im Jahr 1940 über. Thorvald und Gerda, die Großeltern Helenas leben in Nordjütland. Thorvald ist Pfarrer und schließt sich dem Widerstand gegen die deutsche Besatzung an, so dass er sich schließlich im November 1943 vor der Gestapo verstecken muss. Die Liebe der beiden wird während der Kriegszeit auf einen harten Prüfstand gestellt. Die eineiigen Zwillinge Leo und Leif bleiben bei der Mutter. Die entbehrungsreiche Zeit schweißt zusammen und nach ihrem Schulabschluss begeben die Zwillinge sich auf eine Fahrradrundfahrt. Auf der Rückreise begegnen sie Ninni und ihrer Freundin, doch beide haben nur Augen für Ninni. Wer von beiden wird ihr Herz erobern können?

Der Roman nimmt in der Gegenwart einen ungeahnten Verlauf und in der Vergangenheit kommt es zu mehrfachen überraschenden Wendungen, so dass die Erzählung interessant, spannend und abwechslungsreich ist. Mit teils fulminanten Sätzen baut die Autorin eine Geschichte über den Verlauf von vier Generationen auf, deren Eckpfeiler aus Lügen bestehen und deren Konsequenzen bis in die Gegenwart hinein reichen. Es sei soviel verraten, dass ein von Helena bis dato ungeöffneter Schuhkarton die Büchse der Pandora spielt. 

In der Geschichte begegnet der Leser durchweg sehr eigensinnigen und lebensfrohen Persönlichkeiten. Liebe, Hass, Freundschaft und Eifersucht ziehen sich durch den ganzen Roman. Manchem Protagonisten fehlt es an Einfühlungsvermögen und Verständnis, besonders für Menschen, denen er besonders nahesteht. Kritisch sieht Hanne-Vibeke Holst die Rolle der Frauen in der jeweiligen Generation. Zu Gerdas Zeit ist es schwierig, sich vom Ehemann zu trennen und allein für die Kinder zu sorgen. Die von Haus auf verwöhnte Ninni hat nie gelernt, auf eigenen Füssen zu stehen und bringt dazu letztlich nicht genügend Kraft auf, ihre Lebenssituation zu verändern. Dieser Umstand scheint Helena beeinflusst zu haben, sich ihre Eigenständigkeit immer zu bewahren. Sophia wiederum hat Helena in wichtigen Situationen an ihrer Seite vermisst und greift nun zu einem überraschenden Mittel um ihrer Mutter deren Fehler vor Augen zu führen. 

„Das Mädchen aus Stockholm“ ist faszinierend geschrieben, jedoch blieb es mir an einigen Stellen unerklärlich, warum Randfiguren ihr Mitwissen an den Familiengeheimnissen nicht offenbart haben. Aber dann hätte der Roman in der vorliegenden Weise nicht funktioniert und so kommt es immer wieder zu verpassten Möglichkeiten der Hauptcharaktere, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Ferner bin verwundert über die recht passive Rolle der Eltern von Ninni. Mit keinem der Protagonisten konnte ich sympathisieren, was aber in der Erzählung positiv für die Vielschichtigkeit der einzelnen Charaktere spricht. Insgesamt gesehen habe ich mich gut unterhalten gefühlt und kann diesen Roman an Familiengeschichten mit Geheimnissen interessierten Lesern empfehlen. 

Dienstag, 10. Juni 2014

[Rezension Hanna] Siebenschön von Judith Winter



Inhalt
Emilia Capelli arbeitet in Frankfurt in der Abteilung für Kriminaldelikte. Dass ausgerechnet sie nun eine Frau als Partnerin bekommen soll, passt ihr so gar nicht. Schon bald müssen sie ihren ersten gemeinsamen Fall bearbeiten: Die Zivilistin Christina Höffgen hat von einem Unbekannten die Aufforderung erhalten, eine bestimmte Adresse aufzusuchen mit dem Hinweis „ihr Name ist jennifer“. Gemeinsam mit ihrem Mann findet sie ein altes Lagerhaus und eine zersägte Frauenleiche in einer Gefriertruhe. Emilia und Mai finden bald heraus, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben. Können Sie ihn aufhalten, bevor der nächste Mord geschieht?


Meinung
Zu Beginn des Buches lernt man die Ermittler sehr ausführlich kennen. Emilia ist über ihre neue Partnerin alles andere als begeistert, hatte sie sich doch ihren alten Ausbildungskameraden Tom Ahrens als neuen Partner erhofft. Zwar konnte ich ihre Enttäuschung, dass Tom nicht ihr neuer Partner wurde, nachvollziehen. Doch ihre Vorurteile gegenüber einer Frau als Partnerin und ihr daraus resultierendes Verhalten ließen Emilia vor allem zu Beginn hochnäsig und von sich selbst eingenommen wirken.

Meine Sympathien waren daher gleich zu Beginn bei Mai Zhou, die für das eisige Verhalten, das ihr entgegenschlägt, so gar nichts kann. Schnell stellt sich heraus, dass hinter Mais hübscher Fassade eine toughe Kämpferin steckt. Ihren facettenreichen Charakter fand ich sehr interessant und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen.

Für die Vorstellung von Emilia und Mai nimmt sich das Buch einige Zeit, und hier geht es mehr um die privaten Hintergründe der beiden und die Unstimmigkeiten zwischen ihnen. Der Fall deutet sich vage in kurzen Kapiteln an, in denen man Personen kennen lernt, deren Rolle für das Geschehen noch unklar ist. Was haben der Gerichtsprozess um die vermeintliche Mörderin ihres Ehegatten und ein nervöser Uhrmacher mit Emilia und Mai zu tun? Mit dem Fund der ersten Leiche wird es dann endlich ernst für die zwei Ermittlerinnen. Ich fand die Vorstellung, als ahnungslose Zivilistin einen Brief zu erhalten, der zu einer Leiche führt, absolut gruselig. Ein zweiter Mord und Briefe am Tatort zeigen, dass es sich um einen schon länger aktiven Serienmörder zu handeln scheint. Durch den Fund mehrerer älterer Leichen wird die Spannung kontinuierlich in die Höhe getrieben und die Ermittler geraten unter Druck.

Von diesem Zeitpunkt an ist das Tempo der Handlung hoch. Schritt für Schritt decken Emilia und Mai Zusammenhänge auf und versuchen durch die Befragung von Personen aus dem Umfeld der Opfer, dem Täter auf die Spur zu kommen. Die Kapitel aus der Sicht von Opfern und Verdächtigen geben nur vage Hinweise auf die mögliche Identität des Mörders, sorgen aber für einen Gruselfaktor und für Spekulationen, wer hinter alldem stecken kann.

„Siebenschön“ überzeugt mit dem spannenden Fall eines Serienmörders, der an seinen Tatorten mysteriöse Symboliken hinterlässt. Das Ermittlerduo soll wohl noch in weiteren Fällen ermitteln, weshalb die Vorstellung von Emilia und Mai zu Beginn reichlich Platz einnimmt, bevor der Fall richtig losgeht. Während ich mit Emilia nur sehr langsam warm wurde, hat Mai sich gleich meine Sympathien sichern können. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall für die beiden!



*Werbung* Weitere Inforamtionen zum Buch

Taschenbuch: 432 Seiten
Erscheinungsdatum: 1. Februar 2014
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Link zur Buchseite des Verlags

Samstag, 7. Juni 2014

Mein Besuch im "Siebten Himmel"

Hallo liebe Leser,

Anfang letzten Monats wurde ich von Bastei Lübbe eingeladen, mir am 3. Juni nach Ladenschluss den "Siebten Himmel" genauer anzuschauen.

"Siebter Himmel" - was ist das denn überhaupt? Der "Siebte Himmel" ist ein Concept Store, der sich in Köln im Belgischen Viertel (Brüsseler Straße 67) befindet. Zum einen ist es eine Buchhandlung, die Bücher sind mit 60% des Verkaufsangebots der Schwerpunkt. Der Store gehört zwar zur Bastei Lübbe AG, es gibt aber eine bunte Mischung von Büchern aller Verlage. Daneben gibt es jedoch verschiedenste Design-, Kunst- und Modeartikel zu bestaunen und zu kaufen. Seinen Namen hat der "Siebte Himmel", weil es sieben verschiedene Themenräume gibt.

Gemeinsam mit Marie von Wortmalerei traf ich am Dienstag pünktlich um 19.30 im "Siebten Himmel" ein. Wir wurden gleich von den drei Mitarbeiterinnen des Siebten Himmels begrüßt und mit Getränken versorgt. Auch ein leckeres Büffet wartete schon auf uns!


Vor der Tour durch den Buchladen wurden wir noch mit Namensschildern versorgt. Zu meiner Schande muss ich trotzdem gestehen, dass ich kein Bloggergesicht erkannt habe - meldet euch gern, wenn ihr da wart! Neben den Ladenmitarbeiterinnen waren außerdem Annette Geduldig und Rebecca Hoffmann vom Bastei Lübbe Verlag anwesend, die wir schon von der Bastei Lübbe Preview kannten.

Dana Marti, die als studentische Aushilfe im Laden arbeitet, stellte uns nach einer ersten Stärkung auf einem Rundgang den Laden mit seinen sieben Themenbereichen noch einmal genauer vor. Los ging es am Eingang, wo ein Wegweiser einen Überblick über den "Siebten Himmel" gibt:


Der erste Themenraum, den wir uns genauer anschauten, war das "begehbare Schaufenster". Dort werden Bücher vorgestellt, die kürzlich in der Zeitung besprochen wurden oder die Empfehlungen der Mitarbeiter sind. Außerdem werden dort wechselnd Designartikel vorgestellt, aktuell Stücke der finnischen Marke marimekko, dessen Mohnblumenmuster "unikko" 50jähriges Jubiläum feiert.


Der Bereich "Kochbuch" wurde seit der Eröffnung des Ladens im letzten Herbst stark ausgeweitet, da das Belgische Viertel offenbar sehr kochbegeistert ist. Dazu locken hier Dekoartikel rund ums Thema Küche und Kochen. Hier wurde auch das Büffet aufgebaut, dass ihr schon oben sehen konntet. ;-)

Im Themenbereich "Büdchen" gibt es unter anderem Karten, Groschenromane und man kann sogar Kaffee bestellen! Über das schwarze Telefon, das ihr auf dem Bild sehen könnt, erreicht man das Café nebenan, und man kann sich den Kaffee in den Laden liefern lassen.



An der Längsseite des Ladens findet man die Belletristik. Hier gibt es auch einen großen, langen Tisch, auf denen zahlreichen Bücher, die echte Hingucker sind, noch einmal mehr Platz gegeben wird, sich zu präsentieren.


Über den Themenbereich Reise, in der neben Reiselektüre auch eine kleine Fußballecke und weitere Stücke von marimekko zu finden sind, geht es in den Bereich Kinderbuch. Hier stehen auch ein paar Jugend- und Fantasybücher, die aber deutlich abgebaut wurden, weil die Nachfrage im Belgischen Viertel nach diesen nicht so hoch ist. Der Bereich Kinderbuch ist hingegen sehr gefragt - vor allem die "Höhle" in der Mitte des Themenbereichs, in dem die Kleinen sich in bequeme Sitzecken kuscheln, Bücher lesen und "Lauras Stern" hören können.


Unser Rundgang endete bei den Krimis & Thrillern. In einer Ecke findet man außerdem Hörbücher und passend dazu zwei Hörduschen, die so heißen, weil dort früher tatsächlich zwei Duschen installiert waren. Hier kann man in ausgewählte Titel einmal anhören.


Gemeinsam mit Marie stöberte ich mich nach der Führung nochmals durch alle Themenbereiche und die Zeit verflog im Nu. Mittendring ging meiner Kamera dann natürlich der Saft aus - ein großes Danke daher an Marie, von der ich noch drei Fotos verwenden durfte. ;-)

Im "Siebten Himmel" gibt wirklich unglaublich viel zu entdecken - nicht nur tolle Bücher, sondern auch ausgefallene, witzige und kreative Designartikel! Einen Besuch kann ich euch daher nur empfehlen. Vom 18.-21. Juni erhaltet ihr als Blogleser übrigens 10% auf Designartikel, wenn ihr den Code "Midsommar" angebt. Also fahrt in zum "Siebten Himmel" (Brüsseler Straße 67) und lasst euch vom Charme des Ladens verzaubern!

Bald war es dann auch schon Zeit für die Heimfahrt. Zum Abschied haben wir alle noch eine gut gefüllte Tüte erhalten, in der es einige schöne Dinge zu entdecken gab. Dazu kommen die "Black Stories" in der Köln Edition, die ich mir gekauft habe:

Liebe Grüße
Hanna

Donnerstag, 5. Juni 2014

[Rezension] Marc Elsberg - ZERO Sie wissen, was du tust

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Titel: ZERO - Sie wissen, was du tust
Autorin: Marc Elsberg
Erscheinungsdatum: 26.05.2014
Verlag: Blanvalet Verlag 
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
(Haupt-)Handlungsorte: London, Wien
Handlungszeit: Gegenwart



„Zero – Sie wissen was du tust“ von Marc Elsberg ist ein spannender Thriller, der auf dem Hintergrund des aktuellen Stands des Sammeln und Verwertens von Personendaten spielt. Passend hierzu vermittelt das Cover den Eindruck von etwas das im Dunkeln liegt, das verdeckt wird und nur darauf wartet aufgedeckt zu werden. Neben den Buchstaben in weiß. die sich von dem schwarzen Untergrund deutlich abheben, für Autor, Untertitel, Roman und Verlag leuchtet der Titel in wasserblauen Buchstaben vom Buchumschlag. Wasser in Form von Wasserfällen spielt im Buch eine wichtige Rolle. Und wer genauer hinschaut, sozusagen versucht das Vordergründige zu überwinden, der nimmt auch den Binärcode wahr, der den Umschlag vollständig mit seinen Einsen und Nullen überzieht und ein weiterer Hinweis auf den Inhalt der Story ist. Der Binärcode ist die Grundlage für die Verarbeitung digitaler Informationen. Auf dem Ergebnis dieser Verarbeitung und der Analyse der vorliegenden Daten preist im Roman das fiktive Unternehmen Freemee seinen Nutzern die Möglichkeit an mehr Erfolg im Leben zu erreichen. 

Während Cynthia Bonsant, Journalisten bei der Londoner Zeitung Daily, ihren neuen Arbeitsplatz im Großraumbüro einnimmt, sieht sie plötzlich unglaubliche Livebildern auf dem großen Monitor, der an der Wand des Büros befestigt ist. Die Familie des amerikanischen Präsidenten wird bei einem privaten Golfspiel von Drohnen angegriffen. Für diese Aktion bekennt sich ZERO verantwortlich, wobei nicht bekannt ist, ob es sich dabei um eine Einzelperson oder eine Gruppierung handelt. Unter anderem wird Cynthia beim Daily damit beauftragt, zu dem Gesehenen zu recherchieren. Zur Unterstützung erhält sie eine Datenbrille, die Daten direkt vor Augen anzeigt und die auf geflüsterte Anfragen reagiert. Die Brille leiht sie ihrer Tochter und deren Freunden. Adam, einer der Freunde, erhält über die Brille die Nachricht, dass ein Mensch in seiner Umgebung eine gesuchte Person ist. Er verfolgt den Mann bis dieser plötzlich eine Pistole zieht und ihn erschießt. Fassungslos schauen die Freunde zu und auch Cynthia ist geschockt. Dieses Erlebnis bringt sie zum Nachdenken. Warum hat Adam trotz der Warnung den Kriminellen weiter verfolgt? Ihre Recherchen fordern nicht nur Unglaubliches zu Tage, sondern rücken sie auch bald selbst ins das Zentrum der Aufmerksamkeit von Geheimdiensten, den Freemeebetreibern und Zero. Gelingt ihr die Flucht vor der allgegenwärtig erscheinenden Kontrolle?

Das Buch ist in dem in der Belletristik eher seltener angewendeten Präsens geschrieben. Das verdeutlicht dem Leser , dass das was er gerade liest dem aktuellen Stand der Technik entspricht und Realität werden könnte. Indem  der im Umgang mit technischen Geräten eher unerfahrenen Cynthia die neuesten Kommunikationsmittel erklärt wird , vermittelt Marc Elsberg dem Leser das nötige Know-How mit leicht verständlichen Erklärungen, so dass man der Geschichte mühelos folgen kann. Ein Glossar im Anhang ergänzt die Ausführungen. Neben der Erzählung findet der Leser aber auch eine kritische Auseinandersetzung zu den Themen des Datensammeln und –verwertens aus den verschiedenen Perspektiven der Anbieter sowie der Nutzer. Und vor allem widmet er sich den möglichen, erschreckenden Folgen der Datenauswertungen. Die dargestellten Charaktere sind teilweise klischeehaft überzeichnet, die Jugendlichen reagieren für ihr Alter sehr naiv, was mir nicht  so gut gefallen hat. 

Zero ist zweifellos ein unterhaltsames Buch, das beim Leser nachhallt und ihn zum Nachdenken über unsere digitalisierte Welt bringt.  Dafür gebe ich gerne eine Leseempfehlung.


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