Freitag, 28. August 2026

Rezension: Im Licht des neuen Tages von Jara Kubsova

 


Rezension von Ingrid Eßer

Titel: Im Licht des neuen Tages
Autorin: Jarka Kubsova
Erscheinungsdatum: 26.08.2026
Verlag: S. Fischer
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband
ISBN: 9783103974973

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Ellie Hajek ist die Protagonistin des Romans „Im Licht des neuen Tages“ von Jarka Kubsova. Wie die Autorin selbst kam sie als Kind auf der Flucht aus der Tschechoslowakei nach Deutschland. Neben ihren Habseligkeiten ließ Ellies Familie auch Verwandte und enge Freunde zurück. 

Nach einer journalistischen Ausbildung wurde Ellie Autorin. Sie hat eine erwachsene Tochter und ist in einer festen Beziehung, die nicht immer harmonisch verläuft. Um eine Schreibblockade zu überwinden, mietet sie ein Haus im Wald. Dort kommt ihr Viktorka in den Sinn, eine Figur aus einem berühmten Roman, der tschechischen Schriftstellerin Božena Nĕmcová. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Ellie lässt der Gedanke nicht los, herauszufinden, was in diesem Roman Wahrheit und was Fiktion ist.

Spontan fährt sie nach vielen Jahren wieder in ihre frühere Heimat. Dort begibt sie sich auf Spurensuche nach Božena und Viktorka, zwei Frauen, die den Mut hatten, sich den Konventionen ihrer Zeit entgegenzustellen. Auf dieser Erzählebene lässt die Autorin Elemente des magischen Realismus einfließen: einerseits in märchenhafter Form, andererseits durch mysteriöse Ereignisse, die Ellie widerfahren und die ich im Kontext befremdlich fand. Die entsprechenden Schilderungen sind zwar atmosphärisch eindrucksvoll, führen meiner Meinung nach, allerdings auch zu einiger Länge.  

Während ich anfangs Ellies Wunsch nach einer örtlichen Veränderung gut nachvollziehen konnte, blieb sie mir im weiteren Verlauf aufgrund ihrer Entscheidungen und Handlungen gefühlsmäßig eher fern. Dennoch führt die Spurensuche dazu, dass sie sich zunehmend mit ihrer eigenen Identität und der Frage auseinandersetzt, wer sie heute ist und wie sie ihre Zukunft gestalten möchte. Dabei bewertet sie auch die Republikflucht ihrer Eltern neu und auch die lebenslang von ihr getragene Schuld daran.

Im Roman „Im Licht des neuen Tages“ verbindet Jarka Kubsova Lebensgeschichten aus verschiedenen Zeitaltern. Ungebundenheit, das Überwinden von Ungerechtigkeiten, die Suche nach der eigenen Identität und die Liebe zur Natur sind zentrale Themen des Romans, der von einer Spur Mystik durchzogen ist. Trotz kleiner Schwächen habe ich das Buch gerne gelesen.

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