Donnerstag, 7. Februar 2013

[Rezension Hanna] Carina Bartsch - Türkisgrüner Winter





Serie: Emely & Elyas

Band 1: Kirschroter Sommer (Rezension)
Band 2: Türkisgrüner Winter












Nach einem fiesen Cliffhanger am Ende des ersten Teils schließt beginnt die Handlung dieses Buches nur eine Woche später. Um „Türkisgrüner Winter“ zu lesen, muss man einfach den ersten Teil gelesen haben, und wer „Kirschroter Sommer“ gelesen hat, kann es kaum erwarten, sofort mit diesem Buch fortzufahren! Auf eine Inhaltsangabe werde ich daher verzichten. Wer wissen will, worum es überhaupt geht, liest am Besten meine Rezension zu „Kirschroter Sommer“.

Mein einziger Kritikpunkt am ersten Buch war, dass die Handlung nicht die großen Entwicklungen macht, die ich mir gewünscht hätte. Offenbar wurde mein Wunsch erhört – das zweite Buch startet mit einer tollen Szene, die mich begeistern konnte. Einfach typisch Emely und Elyas! Schon nach wenigen Seiten wusste ich, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, nach dem ersten Teil nahtlos weiterzulesen.

Im Vergleich zu „Kirschroter Sommer“ findet man in diesem Buch weniger gegenseitige Kabbeleien von Emely und Elyas, welche aber wieder herrlich amüsant sind. Insgesamt hat die Atmosphäre sich jedoch verändert. Dieses Buch ist nachdenklicher, ernster und gefühlsbetonter als sein Vorgänger. Es wird stärker durch Schlüsselszenen geprägt, welche entscheidend für den weiteren Geschichtenverlauf sind.

Immer stärker entwickelt sich „Türkisgrüner Winter“ zu einem Auf und Ab der Gefühle. Wie sein Vorgänger ist auch dieses Buch gänzlich aus Emelys Sicht geschrieben, weshalb ich ihre Einstellungen nachvollziehen konnte und mit ihr mitgehofft aber auch -gebangt habe. Gelegentlich wollte man ihr aber auch einen Tritt geben, denn nicht immer waren ihre Entscheidungen die, die ich in ihrer Situation getroffen hätte.

Sehr gut gefallen hat mir, dass Elyas mehr über sich preisgibt. Durch diese Einblicke erfährt man mehr darüber, was er überhaupt empfindet und wie er denkt. Das hat ihn mir gegenüber noch einmal deutlich sympathischer hat werden lassen. Auch die meisten der in Band 1 liebgewonnenen Nebencharaktere tauchen in diesem Buch wieder auf. Alex und Sebastian beweisen, dass sie wahre Freunde sind. Und auch Eva und Nicolas sowie Elyas‘ Clique sind wieder mit von der Partie und sorgen für humorvolle und ernte Szenen.

Insgesamt hat mir „Türkisgrüner Winter“ besser gefallen als sein Vorgänger. Es liegen mehr knisternde Gefühle in der Luft, die mich haben mitfiebern lassen. Die Charaktere haben sich weiterentwickelt, und auch die Handlung ist von entscheidenderen Szenen geprägt. Wer auf der Suche nach einem romantischen, humorvollen und gefühlsbetonten Liebesroman ist, dem empfehle ich die Bücher „Kirschroter Sommer“ (unbedingt zuerst lesen!) und „Türkisgrüner Winter“ gerne weiter!



*Werbung* Weitere Informationen zum Buch


Taschenbuch: 464 Seiten
Erscheinungsdatum: Januar 2013
Verlag: rororo
Link zur Buchseite des Verlags


Montag, 4. Februar 2013

Autoreninterview mit: Bettina Szrama



Hallo Bettina,

vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten. Ich möchte dich zunächst meinen Lesern kurz vorstellen: 



Bettina Szrama wurde 1952 in Meißen geboren. Sie studierte Agrarwissenschaft und war nach ihrem Diplom auch zunächst in der Landwirtschaft tätig, vor allem im pferdesportlichen Bereich. Ihre Kreativität zeigte sich jedoch bereits in der Schule und schließlich ging sie 1991 mit einem Literaturstudium an der Axel Andersson Akademie in Hamburg ihrem Wunsch nach, das Schreiben professionell zu erlernen. Zunächst war sie journalistisch tätig, seit 1994 widmet sie sich der Belletristik. Ihr erster Roman, die Geschichte über ihren Boxerhund Max, erschien 1995. Es folgten ein phantastischer Krimi, eine Kurzgeschichtensammlung mystischer Art, ein Krimi und schließlich nochmals ein Roman über einen ihrer Boxer. Seit Ende 2003 ist sie als Autorin selbständig tätig. Seitdem hat sie erfolgreich fünf historische Kriminalromane geschrieben,  die darauf basieren, dass deren Protagonisten tatsächlich gelebt haben. Der zuletzt erschienene Romane im Oktober 2012 ist „Das Mirakel von Köln“.
Zu den historischen Kriminalromanane von Bettina Szrama finden sich folgende  Rezensionen auf unserem Blog:




Rezension "Das Mirakel von Köln" (volle Bewertungs-Punktzahl!)








Rezension "Die Hure und der Meisterdieb" (4 von 5 Punkten)


 






Bist du neben dem Romanschreiben nebenher weiterhin journalistisch tätig?



Im Moment nicht, da ich mich mit einem sehr umfangreichen Projekt beschäftige. Aber ich gedenke wieder ein wenig journalistisch zu arbeiten. Vielleicht bei meiner Tageszeitung.  Es ist mir wichtig auch unter Menschen zu gehen, um mir neue Anregungen für meine Geschichten zu holen.



Als selbständige Autorin hättest du eigentlich den ganzen Tag Zeit zum Schreiben. Hilft es dir, deinen Tag zu strukturieren oder schreibst du je nach Schreiblust, Einfällen und Abgabeterminen? 



Ich habe eine feste Strukturierung. Schreiben ist eine anspruchsvolle Arbeit. Deshalb erledige ich bis ca. 12.00 Uhr meine E-Mails, Werbung, Büroarbeit und meine Hausarbeit.  Dann habe ich den Kopf frei und schreibe bis 16.00 Uhr. Im Anschluss mache ich eine Pause, esse etwas und gehe ausgiebig mit meinen Hunden spazieren.  Nach dem Abendbrot, schreibe ich meistens noch 2 bis 3 Stunden. Während eines Lektorates allerdings kann sich die Schreibarbeit auch schon mal bis in die tiefen Nachtstunden hinziehen.



Was machst du, wenn du nicht schreibst? Welche Interessen und Hobbys hast du?



Oh, ich habe viele Hobbys und würde sie gern ausleben. Aber ein Schriftsteller lebt eigentlich jede Stunde und jede Minute seinen Beruf. Zum Schlafengehen ziehe ich mich gern mit meinem Kindle ins Bett zurück. Ich lese für mein Leben gern, richte mich aber auch hier nach Literatur, von der ich noch lernen kann. Als Ausgleich zum Schreiben, treibe ich Sport, jogge, fahre Rad und reite.  Zu mehr reicht die Zeit nicht. Ein Schriftsteller lebt in seiner selbstgewählten Einsamkeit.



Du bist seit 2003 Mitglied im Verband Deutscher Schriftseller und seit 2012 im Freien Deutschen Autorenverband, Schutzverband Deutscher Schriftsteller e.V. und im SYNDIKAT e.V. Verein zur Förderung deutschsprachiger Kriminalliteratur. Welche Bedeutung hat die Mitgliedschaft in diesen Verbänden für dich? Bringt sie Vorteile, gibt es Verpflichtungen, denen du dadurch unterworfen bist?



Bei diesen Organisationen hole ich mir Rat und Hilfe bei Fragen und Problemen, tausche mich mit Gleichgesinnten aus und hole mir positive Anregungen für das Schreiben. Zudem lerne ich nette Menschen kennen. 



Hast du ein Lieblingsbuch, also eins das du nicht selbst geschrieben hast? Und gibt es eins, das du überhaupt nicht gut findest?



Ich habe zwei absolute Lieblingsbücher „Souad“ Bei lebendigem Leib und  „Der eiserne Gustav“ von Hans Fallada. Ein absolut negatives fällt mir nicht ein, da habe ich schon zu viele gelesen.



Du wohnst im Norden Nordrhein-Westfalens, wie kommst du auf die Idee zu „Das Mirakel von Köln“, dessen Handlungsort hauptsächlich Köln ist.



Das ist Zufall. Ich suche ja ständig nach neuen Ideen, die mich auch selbst fesseln müssen. Dabei muss ich sofort eine Sympathie zu meinen Hauptfiguren aufbauen können. Man fragt sich natürlich, wie kann jemand zu einem Mörder, wie zum Beispiel, der Giftmischerin, Sympathie aufbauen. Aber auch diese Menschen haben ein eigenes, oft bewegtes, Schicksal. 

Auf Köln bin ich durch meinen Verlag gekommen. Sein Sitz ist in Köln und so dachte ich, siehst du dich mal hier nach einer Geschichte um. Und so bin ich über die berühmte Kölner Hexe Katharina Henot auf Christina Plum gestoßen. Die Geschichte dieser mutigen jungen Frau hatte mich sofort in den Bann gezogen und ließ mich nicht mehr los. Eine junge Frau, mit erst 24 Jahren, klagt sich der Hexerei an und bezieht die gesamte Kölner Obrigkeit, bis hinauf zum Erzbischof mit ein. Das war Spannung pur. Auf Grund des eingestürzten Archivs musste ich mir die Fakten allerdings sehr mühsam zusammentragen.



Gibt es in deinen Büchern eine Lieblingsstelle in diesem Buch die du z.B. immer wieder gerne für Lesungen aussuchst und vorliest?

Bettina Szrama im Nonnenkostüm der Klarissen, dem Orden, dem Sophia von Langenberg aus "Das Mirakel von Köln" angehörte.


Ja! Die Szene, als Christina ihrem vermeintlichen Vater, dem Domherrn beichtet:



»Das ist mir bekannt, Hochwürden, doch meine kommende Sünde wird so groß sein, dass sie kein Gold der Welt aufwiegen kann. Würdet Ihr mir trotzdem Euren Segen erteilen? Ich fürchte mich nicht vor dem Fegefeuer, meinen Glauben habe ich bereits vor langer Zeit verloren. Auch wünsche ich mir von Euch persönlich Vergebung für das, was ich Eurer Heiligkeit angetan habe. Denn mein Herz blutete dabei.«
                Plötzlich herrschte Stille im Betstuhl, die zur Zerreißprobe für Christinas Nerven wurde. Sie hörte den Domherren schwer atmen, doch nach einer Weile, die ihr wie eine Ewigkeit vorkam, fragte er: »Wer bist du, Tochter ohne Glauben?«
                »Meine Mutter ist die heilige Klarissin Sophia von Langenberg, aber ich weiß nicht, wer ich bin, Ehrwürdiger Vater. Ich habe es herauszufinden versucht, aber es ist mir nicht gelungen. Der Wald, in dem ich mich verirrt hatte, war zu dunkel und tief und hat mich wieder als die ausgespuckt, die ich vorher war. Ich bin die Gemüse- und Blumenverkäuferin Christina Plum.«
                Wieder Stille. Dann wurde die Gardine zur Seite geschoben, und Christina blickte im Halbdunkel in die gütigsten blauen Augen, in die sie in ihrem jungen Leben je gesehen hatte. Trotz des vergitterten Trennfensters konnte sie das Gesicht des Domherren deutlich erkennen, seine hohe, von Sorgen zerfurchte Stirn und die von unzähligen Fältchen geprägten Züge mit der römischen Nase über dem bereits ergrauten Bart. Nichts davon entbehrte der Würde, die seinem Stand zukam. Er trug das Messgewand und hielt einen silbernen Rosenkranz zwischen den Fingern. Vor Ergriffenheit fehlten ihr die Worte. Jacob Voss' Blick lag auf ihr, wie sie es sich von einem Vater immer gewünscht hatte: gütig, mitfühlend und verständnisvoll. In ihm lag so viel Liebe, dass sie die Lider niederschlug. Und diesen Mann hatte sie der Hexerei bezichtigt!


Du schreibst derzeit an einem neuen Roman. Kannst du uns schon ein wenig davon erzählen? Wann wird er ungefähr veröffentlicht? (Verlinkung auf Leseprobe)



Das mache ich gern. Diesmal habe ich mich von der regionalen historischen Kriminalliteratur über die Grenzen hinaus gewagt. Schon seit längerem bin ich von der Geschichte der ungarischen Gräfin Elisabeth Bathory fasziniert. Deshalb habe ich mir auch schon über eine längere Zeit Material dazu zusammengetragen. Eigentlich habe ich alles was es zu dieser mörderischen Persönlichkeit gibt auf meinem Schreibtisch. Historische Bücher, Romane, Filme, Gerichtsprozesse und sogar das Gutachten eines namhaften Psychologen. Elisabeth Bathory-Nadasdy hat es mit ca. 600 Morden, an jungen Mädchen, ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Dennoch beruhen ihre Geschichten fast ausschließlich auf einer Sage. Dementsprechend wurde ihr Leben als Vampir und bluttrinkende Lady vermarktet. Ich versuche das erste Mal, aus der Sicht einer Überlebenden, die historische Elisabeth und ihr Leben als Serienmörderin darzustellen.  „Die Magnatin“, so wie mein Arbeitstitel lautet, war eine geistesgestörte, traumatisierte  Mörderin, der es die Zeit (1600 Jhr.) und ihr Machtstatus erlaubten, zu quälen und zu töten. Da Elisabeth einen Neffen hatte, der wie viele ihrer Familienmitglieder ebenso durchgeknallt war und später ermordete wurde, kann ich jetzt schon verraten, dass es danach mit den Protagonisten des ersten Teils eine Fortsetzung geben wird.


Wann er veröffentlicht wird steht noch nicht fest. Denn für dieses Projekt befinde ich mich diesmal auf der Suche nach einem entsprechenden Großverlag.



Ich bedanke mich ganz herzlich für dieses Interview und wünsche dir für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Das Interviewfragen stellte "Girdie" von "Zwei Sichten auf Bücher" (jetzt Buchsichten)


Sonntag, 3. Februar 2013

Rezension zu Alexandra Fröhlich - Meine russische Schwiegermutter

*Werbung*
Titel: Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen
Autorin: Alexandra Fröhlich
Erscheinungsdatum: 20.12.2012
Verlag: Knaur Verlag
Buchausgabe: Klappenbroschur
ISBN: 9783426512562
Preis: 12,99 Euro



„Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen“ von Alexandra Fröhlich ist als Taschenbuch im Knaur Verlag erschienen und umfasst 311 Seiten mit Prolog, 25 nummerierten Kapiteln und Epilog. Im Anschluss daran sind nach einem kurzen Dank der Autorin auf zwei weiteren Seiten ein kleines Wörterbuch russisch-deutsch, Leseempfehlungen sowie ein Lern- und ein Filmtipp von Frau Fröhlich eingefügt. Auf den Innenseiten der Klappenbroschur gibt es das russische Rezept für einen Partysalat zum Ausprobieren. Das Cover mit einer zwinkernden Matroschka lässt gleich an eine nicht ganz ernst zu nehmende Geschichte denken. Durch die Farbgebung, bei der orange und rot überwiegen, fällt das Buch optisch schnell ins Auge, ebenso wie durch die kleinen aufgedruckten Matroschkas die den Buchschnitt an der Seite und unten zieren.
Bereits im Prolog lernt der Leser Paula und ihre Schwiegermutter Darya. Sie sind gerade dabei für einen Hund auf dem Ohlsdorfer Friedhof unauffällig ein Grab zu schaufeln, als sie von der Polizei dabei ertappt werden. Doch wie konnte es zu dieser abstrusen Situation kommen? Die Story selbst beginnt einige Zeit vorher. Paula ist Rechtsanwältin und hat gerade eine eigene Kanzlei eröffnet. Darya und ihr Mann erscheinen eines Tages im Büro und bitten sie darum, Ihnen behilflich dabei zu sein, dass vom ehemaligen Vermieter einbehaltene Cello von Darya zurückzuerhalten. Aufgrund von Sprachproblemen bringen sie beim zweiten Besuch ihren Sohn Artyom zum Dolmetschen mit. Obwohl der Auftrag für Paula zum Debakel wird hat sie in der Familie Polyakow mehr wie gute Freunde gefunden. Nicht nur, dass sie sich in Artyom verliebt, sondern über Empfehlungen der in Deutschland lebenden Russen untereinander kann sie sich bald über Aufträge in ihrer Kanzlei nicht mehr beklagen, auch wenn diese manchmal etwas seltsam anmuten.
„Meine russische Schwiegermutter“ ist ein verschmitzt geschriebener Roman ohne großen weiteren Anspruch. Er möchte einfach nur unterhalten und das macht er ausgezeichnet.  Die Autorin, die mit einem Russen verheiratet war und auch in Russland gelebt hat, zeichnet durch diese eigene Erfahrung mit Land und Leuten eine ganze Familie samt Freunden und Bekannten mit „russischen“ Eigenschaften aus. Ich konnte in den Charakteren zwar nicht unbedingt immer Typisches für Russen wiedererkennen, sondern sah z.B. im hilfreichen Verhalten untereinander auch Portugiesen oder Griechen wiedergespiegelt, aber das war mir egal, denn hauptsächlich fand ich das Buch amüsant und sehr kurzweilig. Gleichzeitig stellt Alexandra Fröhlich diesem bunten Haufen skurriler Personen einen „echten Deutschen“ gegenüber, den biederen, ehrlichen, pflichtbewussten, gern auf die Jagd gehenden Richter a.D. Matthes, den Vater der Protagonistin Paula. Im weiteren Verlauf der Erzählung ergibt sich eine Annäherung der so gegensätzlich scheinenden Familien von Paula und Artyom, natürlich nicht ohne weitere heitere Erlebnisse. Diese leicht lesbare Geschichte empfehle ich allen, die diese Art von Humor mit überzeichneten Charakteren mögen.

Freitag, 1. Februar 2013

[Rezension Hanna] Carina Bartsch - Kirschroter Sommer





Serie: Emely & Elyas

Band 1: Kirschroter Sommer
Band 2: Türkisgrüner Winter (Rezension)













~ Inhalt ~


Emely ist überglücklich: Endlich zieht ihre beste Freundin Alex zum Studium nach Berlin! Alles wäre perfekt, wenn es nicht ein kleines Problem geben würde: Alex zieht ausgerechnet zu ihrem Bruder Elyas in die WG. Elyas, der Emely vor Jahren das Herz gebrochen hat und den sie seitdem eigentlich nie wiedersehen wollte. Doch Elyas scheint sich gewaltig verändert zu haben: In seinem Kontakt zu Frauen geht es ihm offenbar nur darum, das Objekt seiner Begierde ins Bett zu kriegen. Emely kann mit diesem Lebensstil so gar nichts anfangen und wehrt sich genervt gegen seine Annäherungsversuche, bei denen er zwar charmant bleibt, aber immer aufdringlicher wird. Während Emely ihm standhaft Kontra liefert, muss sie feststellen, dass sie und Elyas zahlreiche Gemeinsamkeiten haben. Ist Elyas vielleicht gar nicht so schlimm, wie sie denkt?

~ Meinung ~


Das Buch beginnt mit einer Situation, die mir selbst nur allzu vertraut ist: Ein neues Semester startet an der Uni. Der Umzug ihrer besten Freundin Alex nach Berlin und das daraus resultierende Aufeinandertreffen mit Elyas wirbelt Emelys gewohnten Studienalltag jedoch ganz schön durcheinander. Nicht nur Alex überrascht Emely in den ungünstigsten Situationen, um Emely ihr Herz auszuschütten oder sie als Begleitung in Clubs mitzunehmen. Nein, auch Elyas taucht immer häufiger in ihrer Nähe auf und richtet in ihren Gedanken ein heilloses Chaos an. Als wenn das noch nicht genug wäre, lernt sie per E-Mail auch noch den romantischen Luca kennen – er weiß zwar, wie Emely aussieht, doch Emely kennt ihn nicht.

Diese drei Personen sind es, die Emelys Leben in der ersten Hälfte des Buches bestimmen. Emely lebt ihr Studentenleben, trifft sich mit Alex und dadurch unfreiwillig mit Elyas und schreibt E-Mails mit Luca. Das klingt erst einmal recht unspektakulär, doch die Umsetzung gefiel mir außerordentlich gut. Emely und Elyas kabbeln sich permanent so unterhaltsam, dass ich ständig weiterlesen musste, um zur nächsten Szene der beiden zu gelangen. Im Prinzip läuft das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden immer gleich ab: Elyas taucht unverhofft auf und hat einen anzüglichen Spruch auf Lager. Emely kontert sarkastisch, was Elyas natürlich als Gelegenheit für einen weiteren Spruch nimmt und seine unglaubliche Hartnäckigkeit beweist…dabei sind die Szenen aber immer wieder aufs Neue von einer tollen Situationskomik geprägt, sodass ich keine von ihnen missen wollen würde.

Auf der Hälfte des Buches gibt es plötzlich einen großen Umbruch. Zunächst wirft ein einschneidendes Erlebnis Emely aus der Bahn und es dauert einige Zeit, bis sie zur Normalität zurückkehrt. Doch auch diese wird durch eine unglaubliche Erkenntnis kurze Zeit später wieder durchbrochen, welche die Beziehung zwischen Emely und Elyas in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

Die zweite Hälfte des Buches empfand ich leider als etwas schwächer als die erste. Die Szenen zwischen Emely und Elyas sind weiterhin herrlich amüsant, und zum ersten Mal müssen sie zusammenarbeiten, um Alex zu helfen. Trotzdem wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. In zahlreichen Szenen wollte ich gerne die Tomaten von Emelys Augen reißen. Zum Glück gibt es aber noch ein zweites Buch, in dem die Geschichte weitergeht!

~ Fazit ~


„Kirschroter Sommer“ überzeugt mit Situationskomik in ganz alltäglichen Szenen. Mit Emely und Elyas hat Carina Bartsch zwei Charaktere geschaffen, die unglaublich gut miteinander harmonieren und den Leser nach immer neuen Szenen zwischen den beiden verlangen lassen. Aufgrund des recht offenen Endes muss ich aber warnen: Wenn man dieses Buch beendet hat, will man sofort „Türkisgrüner Winter“ lesen! Wer eine romantische Liebesgeschichte lesen möchte, dem kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen!


*Werbung* Weitere Informationen zum Buch


Taschenbuch: 512 Seiten
Erscheinungsdatum: Januar 2013
Verlag: rororo
Link zur Buchseite des Verlags
-->