Montag, 31. Oktober 2016

[Rezension Ingrid] The Girls. Freundinnen. Unzertrennlich. Bis zu jener Nacht ... von Rebecca Thornton


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Titel: The Girls. Freundinnen. Unzertrennlich. Bis zu jener Nacht ...
Autorin: Rebecca Thornton
Übersetzer: Tobias Schumacher-Hernández
Erscheinungsdatum: 26.08.2016
rezensierte Buchausgabe: Taschenbuch

Josephine ist eins der „Girls“ im gleichnamigen Buch von Rebecca Thornton. Gemeinsam mit ihrer Freundin Freya besucht sie ein elitäres Mädcheninternat in London. In der Schule wird sie im letzten Jahr zur Schulsprecherin gewählt. Doch Rang und Namen, die von vielen beneidet werden, bedeuten für Josephine auch Verpflichtung. Ihre Mutter ist krank, ihr Vater die rechte Hand des Premierministers, darum möchte sie durch gute Noten und verantwortungsvollem Handeln der Mutter eine Freude bereiten und die Erwartungen ihres Vaters erfüllen. Gemeinsam mit Freya möchte sie noch eine Nacht durchfeiern, bevor der Schulstress beide vereinnahmt. Doch in dieser herbeigesehnten Nacht geschieht etwas Unerwartetes. Josephine möchte danach mit niemandem darüber reden, während Freya das Gespräch sucht und deswegen von ihrer Freundin unter Druck gesetzt wird. Ein Riss in der Freundschaft entsteht.

Während Josephine 18 Jahre später als Archäologin an einer Ausgrabungsstätte in Jordanien arbeitet erhält sie eine E-Mail von Freya mit der sie seit Schulzeiten keinen Kontakt mehr hatte. Freya möchte endlich über diese Nacht reden. Doch Josephine versucht dem Anliegen weiter mit Ignoranz zu begegnen.

„The Girls. Freundinnen. Unzertrennlich. Bis zu jener Nacht…“ so der vollständige Titel des Buchs ist das Debüt der Autorin. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen versucht sie zu beschreiben, wie eine einzige Nacht das weitere Leben von zwei Freundinnen verändern kann, die sich vorher sehr nahe standen. Der Fokus liegt auf Josephine, die den Roman in der Ich-Form erzählt. So kann der Leser die Gedankenwelt von ihr nachvollziehen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und beginnt in Jordanien im Jahr 2014 damit, dass die Protagonistin die E-Mail ihrer Freundin erhält, ein Grund für sie, sich an die Geschehnisse von damals zu erinnern. Jedoch hat sie erfolgreich verdrängt, was in dieser alles verändernden Nacht geschah.

Im Laufe der Erinnerungen Josephines erfährt der Leser mehr und mehr über ihre Eltern und das Leben im Internat. Es wird deutlich, welche Ansprüche an sie als Tochter eines ranghohen Politikers gestellt werden und als Musterschülerin, die sich das Vertrauen der Schulleitung erkämpft hat. Außerdem steht sie unter einem enorm hohen Druck aufgrund der bevorstehenden Prüfungen zur Aufnahme an der Eliteuniversität Oxford. Weder Josephine noch ihre Freundinnen konnten mir sympathisch werden, zu sehr beanspruchten sie Anerkennung und Ansehen für sich. Doch andererseits habe ich sie auch bemitleidet, weil sie wie in einem goldenen Käfig lebten.

Rebecca Thornton beschreibt in einem flüssig zu lesenden Schreibstil die Geschehnisse sehr realistisch und nachvollziehbar. Der Mittelteil zieht sich jedoch ein wenig hin ohne dass Erhellendes ans Tageslicht kommt. Was letztlich in der einen Nacht geschah und erst ganz am Ende des Buches beschrieben wird, fand ich voraussehbar. Dennoch muss man sich der Bedeutung für die Freundschaft von Josephine und Freya bewusst sein. Eine Spannung, die nicht wirklich greifbar ist und über den Geheimnissen der Nacht liegt, ist ständig vorhanden.

„The Girls“ ist ein Roman über die Bedeutung, welche Verletzungen das Verhalten einer Freundin auslösen und welche dauerhaften Nachwirkungen diese Kränkung haben kann. Ein in der Darstellung überzeugendes Debüt, dem ich gerne meine Leseempfehlung gebe.


Sonntag, 30. Oktober 2016

[Rezension] Black Blade. Die helle Flamme der Magie - Jennifer Estep


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Black Blade. Die helle Flamme der Magie
Autorin: Jennifer Estep
Übersetzerin: Vanessa Lamatsch
Paperback: 336 Seiten
Erschienen am 4. Oktober 2016
Verlag: ivi

Die Reihe

Black Blade

Band 1: Das eisige Feuer der Magie (Rezension)
Band 2: Das dunkle Herz der Magie (Rezension)
Band 3: Die helle Flamme der Magie

Link zur Buchseite des Verlags

Inhalt
Lila Merriweather ist Mitglied des Hauses Sinclair, einer der mächtigen Familien, die den magieerfüllten Ort Cloudburst Falls kontrollieren. In den letzten Wochen hat sie getan, was sie am Besten kann: Stehlen. In diesem Fall Schwarze Klingen, mit denen Victor Draconi, Erzfeind der Sinclairs und Mörder ihrer Mutter, alle Familien zu vernichten plante. Damit hat sie ihn entscheidend geschwächt, kann einen Angriff aber nicht verhindern. Wird es Lila gelingen, die zu beschützen, die sie liebt?

Meinung
Endlich ist mit „Die helle Flamme der Magie“ der große Abschluss der Black Blade Trilogie erschienen! Ich habe mich riesig auf dieses Buch gefreut, das optisch bestens zu den beiden Vorgängern passt und dessen Beschreibung verheißungsvoll klang. Neugierig startete ich in die Geschichte und fand auf einer Diebestour von Lila wieder. Sie hat gemeinsam mit Davon und Felix in den letzten zwei Wochen Victors mächtigste Waffen gestohlen, um zu verhindern, dass er mühelos alle Mitglieder anderer Familien töten, die sich ihm nicht unterwerfen.

Rasch war ich wieder mittendrin in der Geschichte und fieberte mit Lila mit, wann Victor angreifen wird und ob die Familien stark genug sein werden, um sich zu wehren. Nach einigen ruhigen Momenten, in denen man in Lilas Überlegungen eingeweiht wird, geht es auch schon zur Sache. Für diesen letzten Teil zieht die Autorin alle Register und schreckt vor einem Blutvergießen nicht zurück. Bei ihren Ausführungen geht sie nicht zu sehr ins Detail, aber wenn man alle Leichen in diesem Buch stapeln würde, ergäbe das wohl einen ordentlichen Haufen. Lila ist zwar schockiert, bewahrt für die Situation aber einen außerordentlich kühlen Kopf. Sie interessiert sich vor allem für die Sicherheit der Menschen, die ihr wirklich etwas bedeuten, und Rache an Victor. Alles drum herum scheint eher Kollateralschaden zu sein.

Der interessanteste Charakter in diesem Buch war für mich Deah. Nach den Enthüllungen des letzten Bandes steht sie vor einem Dilemma und muss sich entscheiden, wen sie unterstützen will und was das für ihr Wohlergehen und das ihrer Mutter bedeutet. Mit ihren Entscheidungen kann sie großen Einfluss nehmen, weshalb ich immer wieder gespannt war, was sie tun wird. Aber auch Lila, Devon und Felix zu begleiten hat wieder großen Spaß gemacht. Trotz des Actionschwerpunkts gab es auch kurze romantische Momente, die mir gefallen haben. Neben Victor tritt vor allem sein Sohn Blake als Bösewicht in Erscheinung, er blieb für meinen Geschmack allerdings blass und eindimensional.

Wer Action und Kampf mag, der wird in diesem Finale auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Vor allem Lila kann noch einmal richtig zeigen, was in ihr steckt. Die Seiten verflogen im Nu, während ich mitfieberte. Immer wieder erfüllte das kalte Brennen der Magie Lilas Adern – diesen Ausdruck konnte ich ehrlich gesagt irgendwann nicht mehr hören – und sie stürzte sich in wagemutige Aktionen. Das große Finale schließt die Geschichte rund um Lila für mich gelungen und zufriedenstellend ab, sodass ich die Trilogie mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge beende.

Fazit
In „Black Blade. Die helle Flamme der Magie“ steht für Lila und die Sinclairs alles auf dem Spiel. Können sie die düsteren Pläne von Victor Draconi durchkreuzen, welcher der alleinige Beherrscher von Cloudburst Falls werden will? Trotz kleinerer Kritikpunkte kann ich sagen, dass ich genau das bekommen habe, was ich erwartete: Eine rasante, actionreiche Erzählung, nicht zu tiefgründig oder dramatisch, in welcher das magische Wundertalent Lila ihr Können unter Beweis stellt. Ein tolles Finale für diese magische Reihe, die ich sehr gerne an Fantasy-Fans weiterempfehle!


Samstag, 29. Oktober 2016

[#fmb16] Meet & Greet mit Cecelia Ahern

Dieser Post enthält *Werbung* für "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" von Cecelia Ahern.

Hallo liebe Leser,

heute endet unser Frankfurter Buchmesse Spezial, in dem wir Euch die ganze Woche von unseren Treffen und Interviews mit Autoren und anderen Bloggern sowie Einblicken in die neuen Verlagsprogramme berichtet haben. Zum Abschluss möchten wir gemeinsam mit Euch auf unser persönliches Highlight zurückschauen: Das Meet & Greet mit Cecelia Ahern!

v.l.n.r. Hanna, Ingrid, Cecelia Ahern, Sabrina (Bookwives), Kate (Kates Leselounge), Vanessa (Vanessas Bücherecke), Arndt (AstroLibrium)

Im September ist mit "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" Cecelia Aherns neues Buch erschienen (hier findet ihr die Rezension von Hanna und die Rezension von Ingrid). Aus diesem Grund ist sie zur Frankfurter Buchmesse gereist, um die Bücher hunderter Fans zu signieren. Wir durften sie gemeinsam mit vier weiteren Bloggern im Vorfeld der Signierstunde treffen und hatten die Gelegenheit, einige Fragen zu stellen. Die Autorin war gut gelaunt, beantwortete all unsere Fragen ausführlich, signierte unsere Bücher und nahm sich Zeit für Fotos.

Wir haben Cecelia Ahern insgesamt drei Fragen gestellt, die wir für euch übersetzt haben. Das ganze Interview auf Englisch könnt Ihr Euch hier anhören (KLICK!).

Bislang haben Sie vor allem Bücher für Erwachsene geschrieben. Wie war die Reaktion dieser Leser auf die Veröffentlichung von „Flawed“?

Cecelia Ahern: Das Tolle an diesem Buch ist, dass es für alle Altersgruppen gedacht ist. Ich finde es klasse, dass es als All-Age-Buch vermarktet wird und so jeden anspricht, es zu kaufen. Es ist definitiv kein Kinderbuch, denn es gibt einige ziemlich brutale Szenen und es hat mehr grausige, anschauliche Beschreibungen als die Bücher für Erwachsene, die ich bislang geschrieben habe. Es ist daher auch für ältere Leser geeignet. Eigentlich möchte ich, dass es jeder liest!
Ich denke der größte Unterschied zu meinen anderen Büchern liegt nicht im Alter der Zielgruppe, sondern dass es sich wie ein temporeicher Thriller liest. Ich habe den ersten Entwurf der Geschichte in sechs Wochen geschrieben, denn ich hatte etwas zu sagen und habe es mir von der Seele geschrieben. Und ich denke, dass die Geschwindigkeit meines Schreibens sich im Tempo des Buches widerspiegelt.

Sie und wo wurden Sie zu "Flawed" inspiriert? 
Cecelia Ahern: Ich wurde von der Tatsache inspiriert, dass wir meiner Meinung nach in einer sehr urteilenden Gesellschaft leben. Diese stellt Menschen öffentlich an den Pranger, weil sie Fehler gemacht haben. Sie zeigt mit dem Finger auf sie und gibt ihnen keine Chance, das Vorgefallene hinter sich zu lassen. Sie werden immer an die eine Sache erinnert werden, die sie falsch gemacht haben. Ich wurde davon inspiriert, täglich die Nachrichten zu lesen und zu erleben, wie diese Menschen aufgrund eines einzigen Fehlers öffentlich zerrissen werden. Und das hat mich richtig frustriert. Niemand ist perfekt, wir machen alle Fehler. Aber wir scheinen uns besser zu fühlen, wenn wir über andere reden und ihnen vorhalten können, was sie falsch gemacht haben. Vielleicht lenkt uns das von unserer eigenen Schuld ab? Man kann also sagen, dass mich die Gesellschaft als solche inspiriert hat.

Wir fanden die Rolle der Medien im Buch besonders interessant. Im Buch wie in der Realität gibt es bestimmte Gruppen, gegen die gehetzt wird. Denken Sie, dass die Medien eine Gefahr darstellen, weil sie die Hetze verstärken oder eher eine Chance, Solidarität zu zeigen?

Cecelia Ahern: Was für eine Frage für einen Samstagmorgen! Ich bin doch nur hier, um Schokolade zu essen! Aber Spaß beiseite, das ist eine gute Frage, denn die Rolle der Medien ist ein wichtiges Thema im Buch. Sie sind eng mit der Gilde verbunden, gehen Hand und Hand mit ihr. Ihr Hauptziel im Buch ist es, Angst zu schüren und zu manipulieren. Das ist eine Sache, die Medien tun können. Wenn man sich die Realität anschaut, aktuell zum Beispiel den Wahlkampf in Amerika, dann sieht man, dass viele große Medien sich gegen Trump stellen und ihre Stärke zeigen. Es gibt also beide Seiten. Ich habe Medien studiert und ein Thema, über das wir schreiben mussten, war, inwiefern Medien eine wahre Reflexion der öffentlichen Wahrnehmung sind. Das war ein spannendes und großes Thema, denn die Berichterstattung ist nicht immer fair. Unter anderem wollte ich beleuchten, wie Medien über Frauen reden, welche Sprache sie dazu benutzen. Die Medien im Buch nutzen fürchterliche Wörter, um Frauen zu beschreiben. Dinge wie diese wollte ich besonders herausstellen. Denn die Medien in diesem Buch sind manipulativ und halten die Bevölkerung in Schach.

Es war ein unvergessliches Erlebnis für uns, Cecilia Ahern zu treffen. Für möchten uns ganz herzlich für das Interview bei ihr bedanken und auch bei den Mitarbeiterinnen des S.Fischer Verlags, die uns das Interview ermöglicht haben. Vielen Dank auch an die Blogger, die beim Interviewtermin dabei (siehe oben :) Gemeinsam waren wir ein gutes Team!

Donnerstag, 27. Oktober 2016

[Rezension Ingrid] Mr. Gwyn von Alessandro Baricco


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Titel: Mr. Gwyn (beinhaltet "Dreimal im Morgengrauen")
Autor: Alessandro Baricco
Übersetzerin: Annette Kopetzki
Erscheinungsdatum: 27.02.2016
Verlag: Hoffmann und Campe (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag

Der englische Schriftsteller Jasper Gwyn war in den letzten zwölf Jahren überaus erfolgreich mit seinen Büchern. Doch eines Tages empfindet er sein bisheriges Leben als unpassend. In einer Liste, die er seinem Verleger zuschickt, hält er in 52 Punkten die Dinge fest, die er zukünftig nicht mehr zu tun gedenkt. Darunter befindet sich auch der Vorsatz, keine Bücher mehr zu schreiben und zu veröffentlichen. So beginnt der Roman „Mr. Gwyn“ von Alessandro Baricco.

In der folgenden Zeit gönnt Mr. Gwyn sich zunächst einen Urlaub. Nach weiteren Wochen und Monaten, in denen er London erkundet, wobei ihn häufiger ein Unwohlsein begleitet, kommt ihm beim Betrachten von Gemälden eine Idee. Er beschließt fortan Menschen zu porträtieren, allerdings nicht malend sondern schreibend. Sein Ziel dabei ist es, den zu Porträtierenden „nach Hause zu bringen“. Er möchte dabei die Natürlichkeit des Menschen einfangen. Derjenige, der vor ihm posieren wird, soll sich nicht für irgendwen oder irgendwas in Szene setzen, sondern sich so unbefangen wie Daheim geben.

Um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, mietet er ein Atelier, das er auf besondere Art ausleuchtet Die Sessions gedenkt er mit eigens dafür komponierter Musik untermalen zu lassen. Für ein erstes Porträt sucht er ein Modell, das dem Durchschnittsbürger entspricht und findet es in Rebecca, der Sekretärin seines Verlegers. Rebecca entwickelt sich zu seiner treuen Stütze und rechten Hand. Mr. Gwyn widmet sich seiner neuen Tätigkeit, bis eines Tages ein Modell sich nicht an die Vorgaben von ihm hält.

Jasper Gwyn ist ein Mensch, der gern alleine lebt und darum auch seine Marotten nach eigenem Willen ausleben kann. Bereits nach wenigen Seiten des Romans hatte ich als Leser den Eindruck, dass da unter der Oberfläche noch einiges mehr sein muss. Aber der Autor ließ mich nur hier und da mal durch das Schlüsselloch, wie es sinnbildlich auf dem Cover abgebildet ist, einen Blick auf die tatsächliche Persönlichkeit von Mr. Gwyn werfen. Stellt er als in der Öffentlichkeit stehender Schriftsteller das Verfassen von Büchern ein, schien es mir so, dass er an einem anderen Ort  problemlos eine Rolle annimmt, die nicht dem Schreibverbot unterliegt.  

Neben dieser sehr einzigartigen und geheimnisvollen Person zeichnet Alessandro Baricco auch mit Rebecca einen besonderen Charakter. Auffällig ist sie durch ihren korpulenten Körper, wie der Autor mehrmals betont. Dadurch hat sie Wiedererkennungswert gegenüber den anderen Figuren im Roman trotz ihres ansonsten durchschnittlichen Aussehens. Die Anweisungen ihrer Arbeitgeber führt sie kompetent aus und erwirbt sich damit das Vertrauen und die Hochachtung von Mr. Gwyn. Sie ist ein logisch denkender Mensch, dem es im Laufe der Zeit durch ihre Fähigkeiten gelingt einen Weg zu Jasper Gwyn zu finden.

Das Buch besteht aus zwei Teilen, dem eigentlichen Roman „Mr. Gwyn“ und der Kurzgeschichte „Dreimal im Morgengrauen“. Während ich im ersten Teil ständig darauf hoffte, einmal ein Porträt von Mr. Gwyn lesen zu dürfen, erfüllte mir der zweite Teil diesen Wunsch auf eine ganz eigene Weise. Dieses Buch bildete für mich eine perfekte Ergänzung zum ersten Teil und hob für mich ein wenig den Schleier um einen Blick auf die Vergangenheit von Mr. Gwyn zu werfen.

Wirkte die Idee, Porträts von Menschen zu schreiben und auch die Umsetzung zunächst kurios, so habe ich mich doch gespannt auf diesen Plan eingelassen. Kurze Kapitel und eine eindringliche Sprache zeigten mir schließlich, dass die Ausführung möglich ist. Atmosphärisch dicht mit ruhigen Beschreibungen und einem rätselhaften Charakter hat mir das Buch eine sehr schöne Geschichte  mit Tiefgang geboten. Daher empfehle ich es gerne weiter.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

[Rezension Hanna] Das Paket - Sebastian Fitzek


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Das Paket
Autor: Sebastian Fitzek
Hardcover: 368 Seiten
Erschienen am 26. Oktober 2016
Verlag: Droemer

Inhalt
Emma ist als Psychiaterin tätig und hält auf einer Konferenz einen aufsehenerregenden Vortrag. Erschöpft vom Tag nimmt sie das Angebot des Veranstalters an und schläft im Hotel in der eigenen Stadt. Doch die Nacht soll zum grauenhaften Albtraum werden: Emma wird Opfer des „Frisörs“ einem Serienmörder, der ihr die Haare schert, sie vergewaltigt und einen Abbruch ihrer Schwangerschaft auflöst. Doch die Polizei zweifelt an, dass Emma wirklich ein Opfer ist. Der „Frisör“ hat alle anderen Opfer getötet und ein Zimmer mit der Nummer 1904 und einem Porträt Ai Weiweis gibt es  im Hotel nicht. Doch Emma bleibt bei ihrer Version der Ereignisse. Traumatisiert von ihren Erfahrungen sichert sie ihr Haus umfassend ab und verlässt es monatelang nicht mehr. Bis ihr Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für den Nachbarn anzunehmen…

Meinung
Endlich wieder ein neuer Fitzek! Jedes Jahr aufs Neue fiebere ich auf den Moment hin, in dem ich ein neues Buch des Autors in den Händen halten darf. Zum Jubiläum „10 Jahre Fitzek“ kommt die Neuheit in besonders herausstechender Aufmachung daher: Sie ist tatsächlich als Paket verpackt, unter der Umverpackung hat das Buch selber noch einmal die gleichen Paket-Aufmachung. Das sieht richtig toll aus und erhöhte noch einmal meine Vorfreude auf die Lektüre.

Die Geschichte beginnt gleich mit einem echten Gänsehaut-Prolog. Man lernt die kleine Emma kennen, in deren Schrank ein Geist namens Arthur lebt. Bislang hat sie mit Arthur nur durch die geschlossene Tür gesprochen, doch in jener Nacht steigt er zum ersten Mal aus dem Schrank. 28 Jahre später hat Emma dank einiger Therapiestunden nur noch eine blasse Erinnerung an ihren imaginären Freund von damals. Doch dem Leser wird nur ein winziger Moment des Durchatmens gegönnt, bevor ich das nächste Grauen in Form des „Frisörs“ erwartet, der Emma einen grausigen Besuch abstattet.

Das Buch weist ein hohes Tempo auf und riss mich von der ersten Seite an mit, um mich bis zum Schluss nicht mehr loszulassen. Ich wollte unbedingt wissen, was hinter Emmas Geschichte steckt – ist sie wirklich ein Opfer des „Frisörs“, und warum lebt sie dann noch? Doch damit nicht genug, der Autor wirft fleißig weitere Fragen auf. Warum ist Emma Monate später selbst angeklagt? Immer tiefer taucht der Leser in Emmas Erinnerungen ein und durchlebt mit ihr einen anderen schlimmen Tag einige Wochen zuvor.

An diesem Buch gefällt mir richtig gut, dass es mit recht einfachen Mitteln auskommt: Ein simples Paket wird zum Auslöser schockierender Ereignisse und die meiste Zeit über spielt die Geschichte im Haus der Protagonistin. Zudem konnte ich mich dank der eindringlichen Beschreibungen gut in Emmas paranoide Gedankenwelt hineinversetzen. Ich habe ihre Emotionen und damit verbundenen Handlungen nachvollziehen können, während mein rationaler Blick auf das Geschehen deren Irrationalität aufdeckte. Als Psychiaterin ist Emma zum Teil sogar selber zu dieser Leistung imstande und trotzdem nicht in der Lage, sich anders zu verhalten. Ihre hohe Selbstreflexion fand ich besonders interessant, durch sie wird noch einmal deutlich, dass eins bei Emma zwingend zum anderen führen musste. Natürlich bewegt sich Fitzek wieder am Limit der Plausibilität und hat für meinen Geschmack hier und da mal einen größeren Schritt über deren Grenze gemacht. Insgesamt bot das Buch aber bis zum überraschenden und befriedenden Schluss beste spannende Unterhaltung.

Fazit
10 Jahre Fitzek! Zum Jubiläum beweist Sebastian Fitzek wieder einmal, dass er ein Meister auf dem Gebiet des Psychothrillers ist. „Das Paket“ bietet eine eindringliche, beklemmende Geschichte, die immer wieder die Richtung ändert und den Leser zu fesseln weiß. Das Buch ist vielschichtig, zugleich rasant erzählt und einfach verständlich, sodass ich mühelos in Emmas Gedankenwelt eintauchen konnte. Ein klares Muss für alle Fans des Psychothrillers!

[#fbm16] Piper Bloggertreffen mit Dan Wells

Dan Wells (Mitte) mit Hanna (re.) und mir

Beim diesjährigen Bloggertreffen des Piperverlags auf der Frankfurter Buchmesse 2016 war Dan Wells, Bestsellerautor von der Serienkiller-Reihe und der Partials-Trilogie, anwesend, um sein neuestes Werk „Bluescreen“ zu präsentieren und sich den Fragen der Blogger und des Verlags zu stellen. Der Verlag hatte dazu eigens einen Raum auf der Buchmesse angemietet, so dass ausreichend Platz für ungefähr 80 Blogger war. Es wurden Getränke und kleine Laugenbrezel angeboten, Christian Handel fungierte als Moderator.

Das neue Buch „Bluescreen“ ist der Auftakt einer Reihe, die eine düstere Zukunft malt mit starken Frauenfiguren. Das erste Kapitel führt den Leser mitten hinein in ein Virtual Reality Game. Der Autor hat damit beabsichtigt die Regeln zu brechen, d.h. er wollte bewusst einen anderen Anfang für seinen Sci-Fi-Thriller wählen als den, den der Leser erwartet und damit er nicht von Beginn an weiß, was im Anschluss kommt. Das zweite Buch der Trilogie ist bereits geschrieben, beim dritten ist er im 7. Kapitel. SuperComputer, Nachrichten von Robotern, selbststeuernde Autos – eigentlich leben wir bereits in einer futuristischen Welt, aber Dan Wells hat diese Welt in „Bluescreen“ weitergesponnen. Auf die Frage, ob er dort gerne wohnen würde, antwortete der Autor mit „Wenn ich genügend Geld dazu besäße“, denn in seiner Welt leben die Armen am Rand des Existenzminimums, zum Überleben schließen sie sich zu Gangs zusammen. Die Reichen hingegen können sich jede nur erdenkliche Spielerei leisten.

Um Namen für seine Bücher zu kreieren hat Dan Wells unter anderem zwei Listen mit den beliebtesten Namen in den USA benutzt, eine für Vor-, die andere für Nachnamen. Nachdem er für Bluescreen den Namen Bao Nakamoto per Zufallsgenerator ausgewürfelt hatte, dachte er sich, dass unsere Welt ja so divers ist und er diese Diversität auch in den Figuren seines Romans wiederspiegeln kann.

Dan Wells lebte zwei Jahre in Mexiko und spricht Spanisch, so dass er ohne Mühe kleine spanische Sätze in die Dialoge im Buch einbauen konnte. Außerdem hat er zwei Jahre in Stuttgart gewohnt und spricht Deutsch, aber nicht fließend.

Auf Hannas Frage, was bei seinen Büchern zuerst da ist, die Welt oder die Charaktere antwortete Dan wells, dass das ganz unterschiedlich sei. Bei John Cleaver (Serienkiller-Reihe) und Kira (Partials-Reihe) war zuerst der Charakter da, bei der Bluescreen-Reihe hingegen die Welt. Die Idee kam ihm, als er einen Artikel über Virtual Reality Spieler gelesen hat, die zum Teil ähnliche Förderungen und Vorteile erhalten wie Sportler. Das hat ihm klar gemacht, wie eng die reale und die virtuelle Welt inzwischen miteinander verschmolzen sind. Von diesem Punkt aus hat er seine Idee ausgebaut um selbstfahrende Autos, Drohnen für alle Zwecke und so weiter. Die Welt wurde immer größer, bis ihm der Gedanke kam, dass er nun auch mal Charaktere in die Welt setzen sollte.

Beim anschließenden Signieren seines Buchs konnte ich dem Autor noch eine weitere Frage stellen. Dan Wells hat bisher noch kein Virtual Reality Spiel gespielt. Aber er hat davon gehört, dass es in Salt Lake City in Utah auf diesem Gebiet etwas Neues gibt. Dort möchte er gerne hinfahren und an einem Game teilnehmen.

Neben Dan Wells waren beim Bloggertreffen als Überraschung des Verlags außerdem Nina MacKay anwesend, die gerne bereit war, ihr in den Goodie-Bags enthaltenes Buch „Plötzlich Banshee“ zu signieren. Und auch Nicole Gozdek, Autorin von „Die Magie der Namen“ und Gewinnerin des Wattpad-Schreibwettbewerbs, verfolge aufmerksam die Veranstaltung.

Ein großes Dankeschön an den Piper Verlag, der die Veranstaltung organisiert hat und uns die Teilnahme ermöglicht hat. Herzlichen Dank auch an Dan Wells für die geduldige Beantwortung all unserer Bloggerfragen.

[#fbm16] Interview mit Ursula Poznanski und Arno Strobel zu ihrem Thriller "anonym"

*Werbung* für das Buch "anonym" von Ursula Poznanski und Arno Strobel

Hallo liebe Leser,

Ingrid und ich hatten auf der Buchmesse die Gelegenheit, ein Interview mit Ursula Poznanski und Arno Strobel zu führen. Die beiden haben kürzlich mit "anonym" gerade ihren zweiten gemeinsamen Thriller veröffentlicht (Rezension Hanna, Rezension Ingrid). Im letzten Jahr haben die beiden bereits mit "Fremd" die Leser begeistert (Rezension Hanna, Rezension Ingrid).

Von Beginn an waren die beiden total offen und gut gelaunt, sodass es uns leicht fiel, einen Einstieg ins Interview zu finden. Trotzdem haben wir vor lauter Aufregung kein Foto gemacht. Darum gibt es ein Foto der beiden von der letzten Lesung der beiden, die Ingrid besucht hat, als visuelle Untermalung. ;-)


Wie kamen Sie auf die Idee, mit „anonym“, Ihrem zweiten gemeinsamen Buch, in Serie zu gehen?

Nach „Fremd“ wollten wir auch für unser zweites Buch die Grundidee der zwei abwechselnden Perspektiven eines Mannes und einer Frau beibehalten. Diesmal haben wir uns aber für zwei Ermittler entschieden. Und auch wenn das Potenzial da ist: Ob Nina und Daniel wirklich in Serie gehen werden, ist noch völlig offen.

Wie funktioniert das gemeinsame Schreiben? Hat jeder von Ihnen „seinen“ Charakter selbst entwickelt oder im gemeinsamen Gespräch?

Jeder hat erst mal „seinen“ Protagonisten selber entwickelt. Auf einer Seite hat jeder die wichtigsten Merkmale und Eigenschaften aufgeschrieben. Das haben wir uns gegenseitig gezeigt und abgeglichen, unter anderem damit sich nichts doppelt. Daniel sollte zum Beispiel Vorschriften nicht zu ernst nehmen, Nina ebenfalls. Hätten wir das so gelassen, dann hätte die Geschichte nicht funktioniert, also wurde Daniel zu einem Charakter, der die Regeln doch etwas ernster nimmt. Sein Mode- und Autofimmel hingegen waren von Anfang an da.

Wie stimmen Sie die Schreibphasen für gemeinsame Bücher aufeinander ab? Wie finden Sie den „richtigen“ Zeitpunkt für ein gemeinsames Schreibprojekt?

Das gemeinsame Schreiben läuft immer parallel zu unseren Soloprojekten. Bei einem gemeinsamen Buch müssen wir vor dem Schreiben noch stärker plotten als bei einem Soloprojekt. Dazu treffen wir uns mehrmals persönlich. Innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens geht das eigentliche Schreiben dann relativ schnell. Hier findet die Kommunikation dann per Mail oder Telefon statt. Der Rahmen ist aber nicht völlig starr, auch nachträglich sind noch Modifikationen möglich. Dann reden wir gemeinsam über die neue Idee und überlegen, was sich dadurch in den Folgekapiteln ändert.

Sie schreiben beide in der Ich-Form. Wie viel Ursula und Arno stecken in Nina und Daniel?

Arno Strobel: Man kann nicht schreiben, ohne etwas von sich preiszugeben. Die Charaktere spiegeln uns aber nicht eins zu eins wieder. Ich mag zum Beispiel große Wagen, fahre aber keinen Oldtimer wie Daniel. Und Ursula kleidet sich nur freizeitmäßig etwas salopper wie Nina.

Warum haben Sie Hamburg als Schauplatz gewählt?

Wir finden beide, dass das eine tolle Stadt ist. Für das gemeinsame Plotten mussten wir uns wie gesagt ja sowieso persönlich treffen. Das haben wir dann eben in Hamburg getan und unsere Besuche mit dem gemeinsamen Besuch der Handlungsorte verknüpft.

Ursula Poznanski: Meine Bücher spielen oft in gar keiner konkreten Stadt. Ich habe gemerkt, dass es eigentlich ganz schön sein kann, mal auf Recherchereise zu gehen.

Wer hat sich den Titel ausgedacht?

Die Idee kam von uns beiden. Unser erster Titelvorschlag wurde aus diversen Gründen abgelehnt, aber „anonym“ war unter den weiteren Vorschlägen, die von uns kamen. Wir finden, dass der Titel die Geschichte absolut treffend beschreibt.

Im Buch spielt das Darknet eine große Rolle. Waren Sie schon mal im Darknet? Und wie kommt man überhaupt dahin?

Das Darknet erreicht man nur mit einem speziellen Browser und dann muss man genau wissen, wo man hin will. Im Prinzip gibt es dort alles Illegale, was man sich nur vorstellen kann. Für die Recherche hat Arno auch Kontakt zum Chaos Computer Club aufgenommen und wir haben uns in Hamburg mit Vertretern getroffen, die uns einiges dazu erklärt haben. Im Buch spielt die Gruppe unter anderem Namen übrigens auch mit.

Wer denkt sich die Mordarten aus?

Das machen wir in gemeinsamer Kooperation beim Plotten der Handlung. Die klare Motivation unseres Täters war es, seinen Zuschauern eine möglichst grausige Show zu bieten. Außerdem hat er den Anspruch an sich selbst, sich mit jeder Tat zu steigern. Wir mussten uns also Mordarten ausdenken, die genau dazu passen.

Gibt es eine Grenze für Sie bei der Beschreibung von Mordszenen?

Ja, die gibt es auf jeden Fall. Bei aller Brutalität in „anonym“ ist das Hauptziel zu keiner Zeit, ein möglichst blutiges Geschehen zu bieten. Auch Vergehen an Kindern würden wir nicht schildern wollen.

Träumen Sie von ihren eigenen Geschichten? Kommen Ihnen schon mal neue Ideen im Traum?

Ursula Poznanski: Andere Autoren berichten, dass sie manchmal mitten in der Nacht aufwachen und nach Stift und Zettel suchen, um zündende Ideen zu notieren. Das ist mir aber noch nie passiert.

Arno Strobel: Mir geht es ähnlich, ich träume weder von meinem eigenen Buch noch von denen anderer Autoren. Bei der eigenen Geschichte liegt es vermutlich daran, dass ich ja ganz genau weiß, dass ich mir das selber ausgedacht habe.

In welchem Genre würden Sie auch gerne mal schreiben?

Arno Strobel: Man soll ja nie nie sagen. Am ehesten könnte ich mir vorstellen, mal etwas humorvolles zu schreiben. Ein humorvoller Thriller wird allerdings schwierig, denn ich baue ja bewusst einen Spannungsbogen auf, der durch Lacher gebrochen werden würde.

Vielen Dank an Ursula Poznanski und Arno Strobel für das interessante Interview! Außerdem ein Dankeschön an den Rowohlt Verlag, der uns das Interview ermöglicht hat.

Dienstag, 25. Oktober 2016

[#fbm16] Bloggerfrühstück von Droemer Knaur

Bloggerfrühstück auf der Frankfurter Buchmesse 2016 von Droemer Knaur

Am Frankfurter Buchmessefreitag waren Hanna und ich zum Bloggerfrühstück vom Droemer Knaur Verlag eingeladen. Das Frühstück fand nicht am Messestand des Verlags sondern in Halle 5.1 statt. Eine sehr gute Wahl, denn dort war ausreichend Platz für Blogger, Verlagsmenschen, Autoren sowie Essen und Trinken. ;)

Von den Autoren, die für Droemer Knaur beziehungsweise feelings schreiben, waren Ally Taylor und Carrie Price (vielen auch als Anne Freytag und Addriana Popescu bekannt; „New York Diaries“), Susanna Ernst („So wie die Hoffnung lebt“), Lily Oliver („Die Tage, die ich dir verspreche“), Carin Müller („Tage zwischen Ebbe und Flut“), Kathrin Lichters (Carhill-Sisters Reihe) und Cornelia Zogg („Warriors of Love“) anwesend.

Von Beginn an wussten Hanna und ich, dass wir aufgrund eines anderen Termins leider nicht bis zum Ende bleiben konnten. So verloren wir keine Zeit und machten uns mit Carin Müller bekannt. In ihrem Buch „Tage wie Ebbe und Flut“ schenkt eine Journalistin ihrem Vater, der an Alzheimer erkrankt ist, eine Kreuzfahrt im Mittelmeer. Im Gespräch verriet uns die Autorin, dass sie unter anderem als Reisejournalistin tätig ist und daher schon einige Kreuzfahrten erlebt hat. Außerdem gelingt es ihr über die Krankheit Alzheimer so authentisch zu erzählen, weil ihr Vater daran erkrankt ist. Sie hat bereits weitere Buchprojekte in Planung, konnte uns aber noch nichts Konkretes nennen.

















Die nächste Autorin an deren Tisch wir uns gesellten, war Susanna Ernst. Die Autorin signierte fleißig und es war auffällig, dass sie mit der rechten Hand schrieb und mit der linken ein paar Zeichnungen ergänzte. Auf Nachfrage erzählte sie, dass sie eine umerzogene Linkshänderin ist, heißt ihr wurde das Schreiben mit rechts beigebracht, alles andere macht sie aber mit links.

Ihr zeichnerisches Talent setzt sie auch im Gestalten von Bühnenbildern ein. Bereits mit 16 Jahren hat sie eine Musicalgruppe gegründet und viele Jahre lang geleitet. Bedauerlicherweise hat sie neben dem Schreiben inzwischen keine Zeit mehr dazu. Sie verfasst neben dem Bücherschreiben auch Drehbücher, die ja meist dialoglastig sind. Jedoch hat sie keine Probleme zwischen den beiden Schreibweisen zu wechseln. Die Zeit im Plausch mit den beiden Autorinnen war so schnell vergangen, dass Hanna und ich schon zu unserem nächsten Termin mussten, weswegen leider keine Zeit blieb ein Foto mit Susanna Ernst zu machen.

Ganz herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag, der das Bloggerfrühstück organisiert hat und die sehr sympathischen Autorinnen Carin Müller und Susanna Ernst fürs Beantworten unserer Fragen und Signieren. 

[Rezension Ingrid] Das Weihnachtsdorf von Petra Durst-Benning


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Titel: Das Weihnachtsdorf (Maierhofen-Reihe Teil 2)
Autorin: Petra Durst-Benning
Erscheinungsdatum: 26.09.2016
Verlag: Blanvalet Verlag (Link zur Buchseite des Verlags)
rezensierte Buchausgabe: Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen

Es ist Anfang Dezember und wenige Monate nach dem großen „Kräuter der Provinz“-Fest im Genießerdorf Maierhofen. Zwar ist es grundsätzlich ruhiger hier geworden, doch die Bewohner haben so viel Erfolg verzeichnet und Zuspruch erhalten, dass sie nun einen Weihnachtsmarkt im Ort planen.  Im Roman „Das Weihnachtsdorf“ nimmt Petra Durst-Benning ihre Leser erneut mit in das Allgäu. Bereits nach zwei Seiten war ich wieder mitten im Geschehen an der Seite der Bürgermeisterin Therese, die gerade ihre weihnachtliche Deko auspackt.

Bereits das Buchcover mit seinen ruhigen, aufeinander abgestimmten Farben und der Leuchte, die ein sanftes Licht abzustrahlen scheint, vermittelte mir eine voradventliche Stimmung. Das erste Buch mit dem Haupthandlungsort  „Kräuter der Provinz“ muss man nicht unbedingt kennen, denn die Autorin fasst die Ereignisse an ansprechenden Stellen kurz zusammen. Es wäre aber sehr schade, das Buch nicht gelesen zu haben, weil man dort all die liebenswerten Charaktere wie beispielsweise Christine, Rosi und Edy sowie Greta schon ins Herz schließen kann, denen man dann im vorliegenden Roman wieder begegnet.

Der Ort hat mit seinem Konzept, nur selbst hergestellte Produkte zu verkaufen zwar Erfolg, doch nun zeigen sich leider auch die Schattenseiten in Form von Stress und Neidern. Missverständnisse sorgen für unerwartete Geschehnisse und für einige Bewohner findet das Weihnachtsfest nicht so wie geplant statt. Auch diesmal hat Petra Durst-Benning mit locker beschwingten Schreibstil einen überzeugend realistischen Roman geschrieben. Im hinteren Teil finden sich viele Rezepte und Tipps passend zur Advents und Weihnachtszeit und Tipps.

Es war einfach schön, beim Lesen wieder in Maierhofen vor Ort sein zu dürfen. Der Roman ist ein Must-Read für alle Fans der Autorin und vom Buch „Kräuter der Provinz“. Mir hat es sehr gut gefallen und gerne werde ich die ein oder andere Rezeptempfehlung aufgreifen und ausprobieren. Ich würde mich freuen, wieder einmal in Maierhofen zu Gast sein zu dürfen.



Montag, 24. Oktober 2016

[#fbm16] Bloggertreffen Kiepenheuer & Witsch und Galiani Berlin

(Begrüßung durch Ulrike Meier, Mitte, von Kiepenheuer & Witsch)

Zum ersten Mal veranstaltete der Verlag Kiepenheuer & Witsch gemeinsam mit dem Verlag Galiani Berlin ein Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse. Neben reichlichst zu essen und zu trinken in Form von kleinem leckeren Gebildgebäck, Wasser, Apfelsaft und ja auch Prosecco standen natürlich die beiden geladenen Autorinnen Paula Fürstenberg und Nele Pollatschek im Mittelpunkt.

Ulrike Meier, bei Kiepenheuer & Witsch zuständig für Presse und Onlinekommunikation und Organisatorin des Treffens, eröffnete den Nachmittag mit einer allgemeinen Begrüßung. Die Autorinnen Paula Fürstenberg und Nele Pollatschek wurden von ihren Lektorinnen begleitet, die man gleichzeitig als ihre Entdeckerinnen bezeichnen könnte. So war Sandra Heinrici gleich vom Debüt „Die Familie der geflügelten Tiger“ von Paula Fürstenberg begeistert und Esther Kormann entdeckte sofort das Potential für ein erfolgreiches Buch im Debütroman von Nele Pollatschek von „Das Unglück anderer Leute“.

Zunächst stellte Sandra Heinrici Paula Fürstenberg und ihren Roman kurz vor. Dann las die Autorin ein Stück aus ihrem Roman. Sie las mit einer ruhigen und klaren Stimme, die die Zuhörer gedanklich mit nach Berlin nahm. Im Anschluss daran konnte man Paula Fürstenberg Fragen stellen. So erzählte sie, dass sie während ihres Studiums im Ausland ihre Heimat und ihre Muttersprache vermisst habe und daher ein Buch schreiben wollte, dass dort spielt. Allzu sehr wollte sie nicht auf den Inhalt eingehen, da man dann schon einige Wendungen vorweg genommen hätte.

(Sandra Heinrici li., Paula Fürstenberg re.)

Nachdem Esther Kormann Nele Pollatschek und ihren Roman vorgestellt hatte, las die Autorin eine Textstelle aus ihrem Buch. Nele Pollatschek konnte dabei nicht ruhig stehenbleiben, modellierte mit ihrer Stimme und gestikulierte und riss dabei die aufmerksamen Zuhörer mit. Im Anschluss an ihre Lesung erzählte sie uns von ihrem Verständnis zur Familie allgemein und ihrem Humor, der auch in ihrem Debüt zu finden ist. Auf meine Frage, warum sie für ihr Buch die Handlungsorte gewählt hat, an denen sie selber lebt, antwortete sie, dass sie während ihres Studiums wenig Zeit für die Recherche habe und daher Orte gewählt hätte, die sie sehr gut kennt und gut beschreiben kann. Nele Pollatschek plant und recherchiert derweil für ein weiteres Buch mit einer kenianischen Mathematikerin als Protagonistin. Sie gibt zu, dass die Recherche dafür doch etwas mehr Aufwand ist. Man darf gespannt sein!

(von links nach rechts: Paula Fürstenberg, Nele Pollatschek und Esther Kormann)
Die Zeit verging im Fluge und während Hanna und ich uns unsere Bücher von den Autorinnen signieren ließen haben wir noch ein paar persönliche Worte mit Paula Fürstenberg und Nele Pollatschek wechseln können.
Aufmerksame Zuhörer beim Bloggertreffen KiWi und Galiani (Hanna rechts im Bild)

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Verlagen KiWi und Galiani Berlin für den schönen Nachmittag und bei den Autorinnen und Lektorinnen, die uns so kurzweilig die Zeit vertrieben haben. Paula Fürstenberg und Nele Pollatschek wünschen wir weiterhin viel Erfolg!
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